Afghanistan: Briten verlassen gefährlichen Distrikt

Aktualisiert

AfghanistanBriten verlassen gefährlichen Distrikt

Die britischen Truppen im Süden Afghanistans haben sich aus einer der gefährlichsten Regionen des Landes zurückgezogen.

Die Briten machen sich aus dem Staub.

Die Briten machen sich aus dem Staub.

Die Verantwortung für den Unruhedistrikt Sangin in der Provinz Helmand wurde am Montag wie geplant an die US-Amerikaner übergeben. Dies teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Die Aktion war bereits im Juli angekündigt worden.

Die Briten wollen sich nun stärker auf die dicht besiedelten Gebiete in Zentral- Helmand konzentrieren. In Sangin waren zuletzt etwa 1000 britische Soldaten stationiert. Von den mehr als 330 Toten, die das Königreich seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch 2001 zu beklagen hat, sind ein Drittel dort umgekommen.

Die Region ist ein Zentrum des Opium-Anbaus. Sie wird von rivalisierenden Stämmen beherrscht und ist eine Hochburg der Taliban. Die Briten sind seit 2006 in der Provinz Helmand im Einsatz.

Die Internationale Schutztruppe in Kabul nannte die Übergabe der Verantwortung in Sangin eine «taktische Neuordnung» der ISAF- Truppen. Diese sei möglich geworden, da die Zahl der US-Soldaten in der Region erhöht worden sei.

Die britischen Truppen könnten stolz darauf sein, was sie in den vergangenen Jahren in einer der schwierigsten Regionen Afghanistans erreicht hätten, sagte Verteidigungsminister Liam Fox. Allerdings seien die Verluste hoch gewesen, räumte er ein. (sda)

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