Seltene Krankheit: Britin ist allergisch gegen starke Emotionen – «lachen kann mich umbringen»

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Seltene KrankheitBritin ist allergisch gegen starke Emotionen – «lachen kann mich umbringen»

Natasha Coates leidet an einer seltenen immunologischen Störung. Starke Emotionen lösen bei ihr starke Allergiesymptome aus. «Ich fühle mich wie eine tickende Zeitbombe», sagt die Britin. 

von
Karin Leuthold
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Natasha Coates aus Nottingham ist allergisch gegen starke Emotionen.

Natasha Coates aus Nottingham ist allergisch gegen starke Emotionen.

Instagram/natashacoatesgb
Im Laufe ihres Lebens wurde die Frau 500 Mal ins Spital eingeliefert.

Im Laufe ihres Lebens wurde die Frau 500 Mal ins Spital eingeliefert.

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Ihre allergische Reaktionen sind so gefährlich, dass Coates mit 20 Jahren sogar ihre eigene Beerdigung plante.

Ihre allergische Reaktionen sind so gefährlich, dass Coates mit 20 Jahren sogar ihre eigene Beerdigung plante.

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Darum gehts

  • Die 27 Jahre alte Natasha Coates leidet unter dem sogenannten Mastzellenaktivierungssyndrom (MCAD).

  • Coates ist allergisch gegen starke Emotionen.

  • Sie wurde deswegen bereits 500 Mal ins Spital eingeliefert.

Natasha Coates aus der englischen Stadt Nottingham könnte wegen eines Lachens sterben – wortwörtlich. Die 27 Jahre alte Britin leidet an einer seltenen Krankheit: Coates ist allergisch gegen starke Emotionen – «schwitzen, lachen, weinen oder gestresst sein könnten mich umbringen», erklärt die Frau der britischen Zeitung «The Mirror». 

Im Laufe ihres Lebens wurde die Frau 500 Mal ins Spital eingeliefert. Ihre allergischen Reaktionen sind so gefährlich ist, dass Coates mit 20 Jahren sogar ihre eigene Beerdigung plante. «Ich fühle mich wie eine tickende Zeitbombe», sagt sie. 

Welche wird ihre letzte allergische Reaktion sein?

In einem Tiktok-Video berichtet Coates über ihre erschütternde Geschichte. Obwohl ihre Eltern und engsten Freunde auf ihre Krankheit geschult seien, sei es für ihre Familie «beängstigend, weil sie sich fragen, welche Reaktion meine letzte sein wird», sagt Coates. 

Die Frau leidet unter dem Mastzellenaktivierungssyndrom (MCAS) einer seltenen immunologischen Störung, bei der eine Person «wiederholte schwere Allergiesymptome erfährt, die mehrere Organe betreffen», erklärt die American Academy of Asthma, Allergy and Immunology. «Bei MCAS setzen die Mastzellen irrtümlich und übermässig chemische Stoffe frei, was zu Symptomen in der Haut, im Magen-Darm-Trakt, im Herzen, in den Atemwegen und im neurologischen System führt», sagen Experten des US-Forschungszentrums Genetic and Rare Diseases Information Center.

Keine Körpersprays, Reinigungsmittel und Duftkerzen

Natascha Coates erinnert sich an einen Vorfall, bei dem sie fast vor Lachen gestorben wäre. «Wir haben uns köstlich amüsiert, als meine Zunge und mein Rachen anschwollen. Ein Freund rief eine Ambulanz, während ein anderer mir half, mein Adrenalin-Gerät zu benutzen, um zu verhindern, dass ich ersticke», so Coates gegenüber dem «Mirror». 

Emotionen sind laut der Britin nicht die einzigen Auslöser einer allergischen Reaktion: «Ich bin auch allergisch gegen Körpersprays, Reinigungsmittel und Duftkerzen. Essen ist immer noch ein bisschen wie russisches Roulette. Ein Lebensmittel, das heute noch in Ordnung ist, kann morgen eine allergische Reaktion hervorrufen», sagt Coates.

Begabte Turnerin

Die Krankheit konnte sie aber nicht davon abhalten, Turnwettkämpfe zu bestreiten. Natasha Coates hat über 20 Titel und über 30 Medaillen bei den britischen Meisterschaften für Behinderte gewonnen. «Das Turnen hat mein Leben gerettet, nicht nur, weil es mich körperlich fit hielt, sondern auch geistig gesund.»

«Die Chemikalien, die in meinem Gehirn freigesetzt werden, wenn ich trainiere, bewirken, dass ich meine Ellenbogen oder meine Knie nicht mehr richtig spüre», erklärte Coates auf Tiktok. Trotz des Verletzungsrisikos nimmt die 27-Jährige weiter an Wettkämpfen teil: «Die einzigen Leute, die mir sagen, ich solle mit dem Turnen aufhören, sind die, die mich nicht verstehen. Es gibt mir so viel mehr, als es mir wegnimmt. Die allergischen Reaktionen werden sowieso auftreten, auch wenn ich zu Hause sitze und nichts tue, also kann ich genauso gut draussen sein und mein Leben leben.»

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