Aktualisiert 20.07.2005 09:30

Britische Folter-Soldaten vor Gericht

Drei britische Soldaten werden wegen Kriegsverbrechen vor Militärgericht gestellt. Sie werden beschuldigt, Gefangene im Irak misshandelt zu haben.

Das teilte der oberste britische Staatsanwalt Lord Goldsmith am Dienstag vor dem Parlament in London mit. Es handle sich um das erste derartige Verfahren in Grossbritannien.

Die drei Soldaten würden auf Basis der Gesetze zum Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) von 2001 angeklagt, der Prozess solle ihnen jedoch in London und nicht am Sitz des ICC in Den Haag gemacht werden, sagte Goldsmith.

Einem der Soldaten wird die Folter und Tötung eines irakischen Gefangenen vorgeworfen, der sich 2003 im südirakischen Basra in britischem Gewahrsam befand. Die beiden anderen Armeeangehörigen sollen im September 2003 irakische Zivilisten misshandelt haben.

Acht weiteren Soldaten, denen ebenfalls die Misshandlung irakischer Gefangener zur Last gelegt wird, müssten sich vor britischen Militärgerichten verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ihnen werde der Prozess nach britischem Recht gemacht. Termine für die Verfahren seien noch nicht festgelegt worden.

Grossbritannien, engster Verbündeter der USA im Irak-Krieg, prüft derzeit Dutzende Fälle, in denen Iraker von britischen Soldaten getötet oder verletzt worden sein sollen.

(sda)

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