Jugendschutz : Britische Internet-Nutzer schalten Pornofilter ab

Aktualisiert

Jugendschutz Britische Internet-Nutzer schalten Pornofilter ab

Der vor über einem Jahr eingeführte Internetfilter in Grossbritannien findet bei den Usern keinen Anklang. Die überwältigende Mehrheit hat ihn abgestellt.

von
pwe
Der freiwillige Internetfilter in Grossbritannien wird in den allermeisten Fällen abgeschaltet.

Der freiwillige Internetfilter in Grossbritannien wird in den allermeisten Fällen abgeschaltet.

Der britische Premier David Cameron wollte mit einem als Pornofilter bekannt gewordenen freiwilligen Internetfilter sein Volk schützen - und zwar vor Pornografie, Nacktheit, Sexualerziehung, Dating, Glücksspiel, Gewaltdarstellungen, extremistischen politischen Inhalten, Alkohol, Rauchen, Webforen und esoterischem Material. Die Briten sind von dem Ansinnen offenbar nicht begeistert, denn eine sehr klare Mehrheit hat den voreingestellt aktivierten Filter abschalten lassen. Dies berichtet die IT-Nachrichtenseite «Golem» und beruft sich auf eine Studie der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom (Office of Communications).

Demnach verwenden nur vier Prozent der Kunden des Providers Virgin Media den Filter. Bei BT sind es fünf und bei Sky acht Prozent. Lediglich beim Provider TalkTalk ist der Wert mit 36 Prozent eingeschalteten Pornofiltern ungewöhnlich hoch. Bei Virgin Media bekommen zwei Drittel der Kunden den Filter gar nie zu Gesicht, da bei Kabelanschlüssen für die Installation der Internetverbindung oft der Besuch eines Technikers nötig ist und dieser schalte den Filter von sich aus ab.

Kritiker bemängelten bei der Einführung des Filters, dass die Regierung den Schutz vor Pornografie als Vorwand benutzen würden, um unliebsame Inhalte zu zensieren.

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