Dramatische Entwicklung: Britische Kindergärtler können kaum sprechen
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Dramatische EntwicklungBritische Kindergärtler können kaum sprechen

Die britische Schulaufsichtsbehörde schlägt Alarm: Kinder im Vorschulalter reden noch nicht richtig und können sich nicht selbst kleiden. Schuld daran sei der moderne Erziehungsstil.

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Herzogin Kate bei einem Besuch in einem britischen Kindergarten. 70 Prozent der Kindertagesstätten melden, dass im Vergleich zu vor fünf Jahren heutzutage viel mehr Kinder im Schulalter noch nicht «ganz stubenrein» seien.

Herzogin Kate bei einem Besuch in einem britischen Kindergarten. 70 Prozent der Kindertagesstätten melden, dass im Vergleich zu vor fünf Jahren heutzutage viel mehr Kinder im Schulalter noch nicht «ganz stubenrein» seien.

Keystone/AP/Mary Turner

«Früher war alles besser», könnte man meinen, wenn man Amanda Spielman, der Leiterin der Schulaufsichtsbehörde in Grossbritannien, zuhört. Die Bilanz einer Untersuchung zur Entwicklung von Kindern im Vorschulalter ist unerfreulich: Viele Vierjährige haben nur ein Drittel des Wortschatzes, den Kinder in diesem Alter eigentlich haben sollten. Nicht nur das: Viele können sich noch nicht selbst kleiden oder wissen nicht, wie man eine Toilette benutzt.

Spielman spricht von Kindern, die nicht das Glück hätten, in einem familiären Ambiente aufzuwachsen, in dem die Eltern die Tradition pflegen, den Kleinen jeden Abend eine Gutenachtgeschichte vorzulesen. Der Nachteil komme ans Licht, wenn diese Kinder eingeschult werden, wie der Sender ITV berichtet. Viele könnten dem Unterricht nicht folgen, weil sie nicht verständen, was die Lehrer erklären würden.

Kinder im Schulalter tragen teilweise noch Windeln

Es gibt aber weit schlimmere Fälle: Kinder, die nicht einmal eine Jacke allein an- oder ausziehen könnten. Andere hätten im Alter von vier Jahren noch nie einen Ball mit dem Fuss berührt oder einen Bleistift gehalten.

70 Prozent der Kindertagesstätten melden, dass im Vergleich zu vor fünf Jahren heutzutage viel mehr Kinder im Schulalter noch nicht «ganz stubenrein» seien.

Ein schlechtes Beispiel für die nächsten Generationen.

Es sei nicht immer die Schuld der Eltern, sagt Spielman, doch «sie tragen die grösste Verantwortung», wenn es darum gehe, ihre Kinder zu erziehen. «Niemand erwartet, dass die Kinder als Mini-Erwachsene in den Kindergarten kommen, aber es hilft schon sehr, wenn sie eine Grundausbildung mitbringen», so Spielman.

In ihrem Bericht macht sie zudem auf die Folgen aufmerksam: Kinder, die ins Schulleben mit solchen Schwierigkeiten starten, hätten mit einem Nachteil zu kämpfen. «Sie können ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Als Erwachsene werden sie Mühe haben, einen guten Job zu finden. Ausserdem sind sie später ein schlechtes Beispiel für ihre eigene Kinder.»

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