07.10.2018 17:51

Offener BriefBritische Musiker fürchten nach Brexit um ihren Job

In einem offenen Brief an Premierministerin Theresa May haben Musiker ihre Angst vor den Folgen des Brexit formuliert. Die Rede ist von einem «selbst gebauten Kultur-Gefängnis».

von
mat
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Der irische Musiker und Aktivist Bob Geldof hat einen Offenen Brief zum Brexit verfasst.

Der irische Musiker und Aktivist Bob Geldof hat einen Offenen Brief zum Brexit verfasst.

Keystone/urs Flueeler
Der britische Musiker Ed Sheeran ist der erfolgreichste Musiker des vergangenen Jahres. Auch er hat den Brief an Theresa May unterzeichnet.

Der britische Musiker Ed Sheeran ist der erfolgreichste Musiker des vergangenen Jahres. Auch er hat den Brief an Theresa May unterzeichnet.

Keystone/Ennio Leanza
Auch die britische Sängerin Rita Ora hat Befürchtungen, wie sich der für den 29. März 2019 geplante Brexit auf die Musikbranche auswirken wird.

Auch die britische Sängerin Rita Ora hat Befürchtungen, wie sich der für den 29. März 2019 geplante Brexit auf die Musikbranche auswirken wird.

epa/Manuel Fernando AraÚjo

Es geht um weitaus mehr als die Befindlichkeit einiger Musiker, die höhere Zölle und erschwerte Reisebedingungen fürchten: Ein wichtiger Teil der britischen Wirtschaft steht auf dem Spiel, wenn man den Zahlen glaubt, die der Guardian am Wochendene publiziert hat: Stolze 92 Milliarden Pfund (rund 120 Milliarden Franken) soll der gesamte Kreativsektor Britanniens demnach vergangenes Jahr eingespielt haben.

Mit 10,6 Prozent Wachstum hat die Unterhaltungsbranche damit gegenüber dem Vorjahr doppelt so stark zugelegt wie die Gesamtwirtschaft der Insel. Es sei das beste Ergebnis seit dem Abflauen der Britpop-Welle Ende der Neunzigerjahre. Massgeblich verantwortlich sei Ed Sheeran, der auf der Liste der best verkauften Popmusiker den Spitzenplatz belegt.

Musiker Bob Geldof ist der Verfasser des Briefes

Sheeran ist einer der namhaften Mitunterzeichner eines von Bob Geldof verfassten offenen Briefes an Theresa May. Der irische Musiker und Aktivist Geldof bringt darin seine Bedenken zum Ausdruck, wie sich der für den 29. März 2019 geplante Brexit auf die Musikbranche auswirken wird.

«Wir sind dabei, einen riesigen Fehler zu machen», heisst es in dem Schreiben. Der Brexit sei fatal für die Musikindustrie und die «vielen noch unentdeckten Genies, die auf dieser kleinen Insel leben». Die Musikindustrie sei in allen Bereichen – von Tourneen über Verkäufe bis hin zu Urheberrechten und Tantiemen – vom Brexit betroffen.

«Gehen in ein selbst gebautes kulturelles Gefängnis»

Unterzeichnet wurde der Appell an die Premierministerin unter anderen auch von der Sängerin Rita Ora, den Musikern Damon Albarn und Brian Eno, Queen-Schlagzeuger Roger Taylor und Dirigent Simon Rattle. Auch der amerikanische Sänger Paul Simon zählt zu den Unterzeichnern.

«Wir haben entschieden, in ein selbst gebautes kulturelles Gefängnis zu gehen!», warnen die Musiker. Dies widerspreche der «Essenz zeitgenössischer Musik», die gerade nicht Mauern und Vorurteile aufbauen wolle. «Das alles ist echter Wahnsinn», heisst es weiter in dem Brief. «Wir müssen uns unsere Zukunft zurückholen.» Geldof sprach sich zudem öffentlich für ein zweites Brexit-Referendum aus. (mat/sda)

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