Vergewaltigungs-Fotos: «Britische Presse sagt nicht die Wahrheit»

Aktualisiert

Vergewaltigungs-Fotos«Britische Presse sagt nicht die Wahrheit»

Die US-Regierung reagiert heftig auf einen britischen Pressebericht über angebliche Vergewaltigungs-Fotos aus dem Gefängnis Abu Ghraib in Bagdad. Der Sprecher des Weissen Hauses stellte die Glaubwürdigkeit der britischen Medien generell in Frage.

Die Zeitung «Daily Telegraph» hatte den ehemaligen US-General Antonio Taguba mit den Worten zitiert, die von der Obama-Regierung zurückgehaltenen Fotos zeigten «Folter, Missbrauch, Vergewaltigung und jede denkbare Unanständigkeit», darunter angeblich die Vergewaltigung einer weiblichen Gefangenen durch einen US-Soldaten und den Missbrauch eines männlichen Gefangenen durch einen männlichen Übersetzer.

Das Pentagon wies den Bericht mit «ungewöhnlich scharfen Worten» zurück, so die Nachrichtenagentur Reuters. Sprecher Bryan Whitman sagte, der «Telegraph» habe seine «Unfähigkeit» bewiesen, die Fakten richtig darzustellen. Er habe die Bilder «vollkommen falsch eingeschätzt», keines der fraglichen Fotos entspreche den im Artikel geschilderten Aufnahmen.

Robert Gibbs, der Pressesprecher des Weissen Hauses, ging in seiner Stellungnahme noch weiter als das Verteidigungsministerium: «Wenn ich wissen will, wie Manchester United im Champions-League-Final gespielt hat, lese ich vielleicht eine britische Zeitung. Wenn es um wahrheitsgetreue Nachrichten geht, bin ich mir da nicht so sicher.»

Bereits einmal falsch berichtet

Die US-Regierung hatte sich entgegen ihrer ursprünglichen Absicht entschieden, die fraglichen Bilder nicht zu veröffentlichen. Dafür war sie von Menschenrechtlern heftig kritisiert und von Militärs gelobt werden. Auch Antonio Taguba unterstützte Obamas Entscheidung.

Pentagon-Sprecher Whitman sagte, er wisse nicht, ob der «Daily Telegraph» den General akkurat zitiert habe. Es sei ihm aber nicht bekannt, dass solche Fotografien bei früheren Untersuchungen über Missbräuche im Gefängnis Abu Ghraib aufgetaucht seien. Er verwies zudem darauf, dass die Zeitung bereits Anfang Monat fälschlicherweise berichtet habe, die blockierten Fotos seien von einem australischen Fernsehsender gezeigt worden.

(pbl)

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