Aktualisiert 29.10.2007 14:23

Britische Royals in Angst wegen Sexvideo-Skandal

Zwei Erpresser haben die königliche Familie in Grossbritannien laut Medienberichten mit angeblichen Sex- und Drogenvideos unter Druck gesetzt.

Sie verlangten 50 000 Pfund (fast 120 000 Franken) für die Herausgabe von Videoaufnahmen.

Die Bänder sollen ein Mitglied der Familie von Queen Elizabeth II. beim Oralsex mit einer Hofangestellten zeigen. Das berichteten am Sonntag die Zeitungen «Sunday Times» und «Mail on Sunday».

Ausserdem soll zu sehen sein, wie die Angestellte Kokain schnupft, das ihr von dem Adligen gegeben wurde. Die mutmasslichen Erpresser seien festgenommen worden. Der Buckingham-Palast lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf laufende Ermittlungen der Polizei.

Die Identität des betroffenen Mitglieds der königlichen Familie sowie der mutmasslichen Erpresser wird auf Weisung eines Richters ebenso geheimgehalten wie eventuell kompromittierende Einzelheiten des Verfahrens.

Scotland Yard bestätigt Festnahmen

Scotland Yard bestätigte lediglich, dass am 11. September zwei Männer im Alter von 30 und 40 Jahren festgenommen und zwei Tage später wegen Erpressung formell angeklagt wurden. Der Richter habe angeordnet, dass die Männer bis zum Beginn des Hauptverfahrens am 20. Dezember in Untersuchungshaft zu bleiben hätten. Die Medien wurden von dem Verfahren bis auf weiteres ausgeschlossen.

Nach Angaben der «Sunday Times» schaltete der Hof Scotland Yard bereits ein, nachdem sich die Erpresser am 2. August das erste Mal telefonisch mit ihren Forderungen beim königlichen Haushalt gemeldet hatten.

Detektive, die sich als Anwälte des Buckingham-Palastes ausgaben, hätten den Tätern eine Falle gestellt und sie bei der verabredeten Übergabe der Videoaufnahmen in einem Londoner Hotel festgenommen.

«Unbewiesene Behauptungen»

Wie die Zeitung weiter berichtet, erhoben die Erpresser bei dem Treffen, das die Ermittler heimlich auf Video aufnahmen, «auch unbewiesene Behauptungen über weitere Mitglieder der königlichen Familie, einschliesslich der Queen».

Der Palastexperte und frühere Sprecher der königlichen Familie Dickie Arbiter sagte dem Sender BBC, es sei unwahrscheinlich, dass der Name des angeblich in den Sex- und Drogenskandal verwickelten Royals bekannt gegeben werde. Er glaube allerdings, dass das Königshaus eine eigene Untersuchung eingeleitet habe.

«Das ist eine grosse Familie mit fast 40 Mitgliedern», sagte Arbiter. «Ist es jemand an der Spitze oder ganz unten? Sie werden das herausfinden wollen.» Es bleibe jedoch abzuwarten, sagte der Adelsexperte, ob die Erpresser überhaupt die Wahrheit gesagt hätten. (sda)

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