Aktualisiert 01.06.2011 08:49

Menschenrechte

Britischer Autor beginnt Haftstrafe in Singapur

Wegen eines kritischen Buchs über die Todesstrafe in Singapur ist ein britischer Autor verurteilt worden. Jetzt geht er für mehrere Wochen hinter Gitter.

Muss sechs Wochen hinter Gitter: Der britische Autor Alan Shadrake.

Muss sechs Wochen hinter Gitter: Der britische Autor Alan Shadrake.

Alan Shadrake, Autor eines kritischen Buchs über die Todesstrafe in Singapur, hat am Mittwoch in dem asiatischen Stadtstaat eine sechswöchige Haftstrafe angetreten. Der Brite hatte Singapur in seinem Buch unter anderem vorgeworfen, die Justiz stehe unter politischem Einfluss.

Nach der Veröffentlichung des Buches war der 76-Jährige wegen Missachtung der Gerichtsbarkeit angeklagt und verurteilt worden. Eine Berufung schmetterten die Gerichte vergangene Woche ab.

Recht auf freie Meinungsäusserung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Inhaftierung. «Singapur hat Shadrake ins Gefängnis geworfen, obwohl er nur von seinem Recht auf freie Meinungsäusserung Gebrauch gemacht hat», sagte Amnesty-Mitarbeiter Lance Lattig. «Die Singapurer Regierung sollte Shadrake freilassen und die Gesetze abschaffen, die friedliche Kritik kriminalisieren und Haft- und hohe Geldstrafen nach sich ziehen.»

Shadrake war im Juli festgenommen worden, als er sein Buch in Singapur vorstellte. Er muss nach Angaben seines Anwalts zwei zusätzliche Wochen absitzen, weil er die Strafe in Höhe von 20 000 Singapur-Dollar (rund 13 800 Franken) und die Prozesskosten in Höhe von 55 000 Singapur-Dollar nicht zahlen kann. Er rechnet aber mit einer Reduzierung der Gesamtstrafe wegen guter Führung. (sda)

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