Leichenfund in England: Britischer Elite-Polizist offiziell des Mordes an Sarah Everard beschuldigt
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Leichenfund in EnglandBritischer Elite-Polizist offiziell des Mordes an Sarah Everard beschuldigt

Wayne C. soll noch im Laufe des Samstags einem Richter vorgeführt werden. Er soll die 33-Jährige Sahra Everard, deren Überreste in einem Waldstück in der in der Grafschaft Kent gefunden wurde, getötet haben.

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Sarah Everard ist tot. Das bestätigte die britische Polizei am 12. März 2021.

Sarah Everard ist tot. Das bestätigte die britische Polizei am 12. März 2021.

AFP
Die junge Frau galt seit dem 3. März als vermisst. Ein Elitepolizist der Polizei Londons steht unter Verdacht, die 33-Jährige getötet zu haben.

Die junge Frau galt seit dem 3. März als vermisst. Ein Elitepolizist der Polizei Londons steht unter Verdacht, die 33-Jährige getötet zu haben.

Yui Mok/PA Wire/dpa
Der Verdächtige ist Mitglied einer Einheit der Metropolitan Police, die Regierungsgebäude und diplomatische Residenzen überwacht. Darunter auch die Downing Street und Westminster.

Der Verdächtige ist Mitglied einer Einheit der Metropolitan Police, die Regierungsgebäude und diplomatische Residenzen überwacht. Darunter auch die Downing Street und Westminster.

AFP

Nach dem Fund der Leiche einer 33-jährigen Frau nahe London ist ein in Untersuchungshaft sitzender britischer Elite-Polizist offiziell wegen Mordes beschuldigt worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilte, wird dem 48-jährigen Wayne C. Entführung und Mord vorgeworfen. Noch im Laufe des Tages sollte er einem Richter vorgeführt werden.

Der Beamte, der einer Einheit zum Schutz von Parlamentariern und Diplomaten angehört, war am vergangenen Dienstag zunächst wegen des Verdachts auf Entführung festgenommen worden, nachdem die 33-jährige Sarah E. spurlos verschwunden war. Später erhärtete sich der Mordverdacht gegen ihn. Ihm wird zusätzlich unsittliche Entblössung vorgeworfen.

Identität bestätigt

Nach dem Fund von Leichenteilen in einem Waldstück in der Grafschaft Kent im Südosten Englands hatte die britische Polizei am Freitag bestätigt, dass es sich um die seit Tagen vermisste Sarah E. handelte. E. hatte am Abend des 3. März die Wohnung einer Freundin im südlichen Londoner Stadtteil Clapham verlassen und war nie bei sich zu Hause angekommen. Tagelang bat die Polizei die Öffentlichkeit um Hinweise in dem Fall.

Das Verschwinden der jungen Frau und die darauf folgende Suche schockierte und bewegte ganz Grossbritannien. Der Fall löste auch eine Debatte über die Sicherheit von Frauen aus. Premierminister Boris Johnson schrieb am Donnerstag auf Twitter, er sei «schockiert und traurig». Dieses «schreckliche Verbrechen» müsse nun schnell aufgeklärt werden.

Wegen Strafandrohung: Mahnwache in London abgesagt

Die für Samstag geplante Mahnwache für Sarah Everard ist aus Sorge vor den rechtlichen Konsequenzen für die Teilnehmerinnen abgesagt worden. Die Initiative «Reclaim these Streets» (etwa: Erobert diese Strassen zurück) hatte unter anderem zu der Veranstaltung aufgerufen, um auf die ständige Angst von Frauen vor sexueller Belästigung und Übergriffen im öffentlichen Raum aufmerksam zu machen.

Gespräche mit der Polizei über eine Durchführung unter Einhaltung der Corona-Massnahmen seien nicht erfolgreich gewesen, teilte die Initiative per Kurznachrichtendienst Twitter mit. «Uns wurde gesagt, dass jede der Organisatorinnen eine Strafe von 10 000 Pfund (11 650 Euro) riskiert, sollten die Vorbereitungen weitergehen», hiess es in der Mitteilung. Auch in anderen Städten des Landes wurden geplante Mahnwachen abgesagt. Die Veranstalterinnen riefen stattdessen nun zu einer Online-Mahnwache und zu Spenden auf. (DPA)

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Tel. 147

(AFP/kat)

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