Aktualisiert 30.05.2006 14:11

Britischer Farmer liefert Galgen an dritte Welt

Ein britischer Farmer und lautstarker Verfechter der Todesstrafe macht mit dem Export von Galgen in Länder der Dritten Welt gute Geschäfte.

Wie die Zeitung «Daily Mail» am Dienstag berichtet, gehörten auch Simbabwe und Libyen, die wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik stehen, zu den Kundenstaaten von Galgenbauer David Lucas (58).

Die Produktionspalette der Galgenmanufaktur auf einer Farm nahe Mildenhall in der ostenglischen Grafschaft Suffolk reiche von klassischen Aufhängevorrichtungen für umgerechnet 27'000 Franken bis zu «Multi-Exekutions-Systemen» mit mehreren Galgen für knapp 228'000 Franken. Lucas erzählte Reportern, er sei vor einigen Jahren auf die Idee gekommen, Galgen herzustellen, weil sein Landwirtschaftsbetrieb nicht genug einbrachte.

Zunächst habe er allerdings nur Galgennachbildungen für Mittelalterspiele gebaut, berichtete der Farmer. Dann seien «Geschäftsleute» an ihn herangetreten und hätten Exportmöglichkeiten für voll funktionsfähige professionelle Galgen aufgezeigt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Galgenlieferungen als «eine Verhöhnung der britischen Bemühungen um die weltweite Abschaffung der Todesstrafe».

«Nichts kann mich davon abhalten, Hinrichtungsausrüstungen zu exportieren», erklärte Galgenbauer Lucas, der nach eigenen Angaben die rechtsextreme Britische Nationalpartei BNP unterstützt. Anders als der Export von Waffen würde die Lieferung von Galgen die «Aufrechterhaltung von Recht und Gesetz» unterstützen. «Man ist in Libyen oder anderen afrikanischen Ländern auf der Strasse sicherer als hier und das liegt daran, dass es dort noch die Todesstrafe gibt.» Lucas verweigerte konkrete Angaben, wie viele Galgen er in den letzten Jahren an welche Besteller geliefert hat. (sda)

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