Aktualisiert 21.05.2013 22:03

Gesetz angenommenBritisches Unterhaus stimmt für Homo-Ehe

Noch muss das Gesetz für die Einführung der Ehe für Homosexuelle in Grossbritannien eine Hürde überspringen: Am Mittwoch stimmt das britische Oberhaus darüber ab. Im Unterhaus ist das Gesetz durch.

Das britische Unterhaus hat am Dienstag endgültig für die Einführung der Ehe für Homosexuelle gestimmt. Das Gesetzesvorhaben, nach dem sich Schwule und Lesben standesamtlich trauen lassen dürfen, wurde in dritter und letzter Lesung mit 366 gegen 161 Stimmen angenommen.

Vor dem Inkrafttreten muss noch das britische Oberhaus die Neuregelung verabschieden. Diese Abstimmung soll am Mittwoch stattfinden.

Das Gesetzesvorhaben geht auf ein Wahlversprechen der an der Regierung beteiligten Liberaldemokraten zurück. Deren Abgeordnete und diejenigen der oppositionellen Labour-Partei stimmten der Vorlage grösstenteils zu. Auch in der britischen Gesellschaft gibt es eine Mehrheit für das Vorhaben.

Die Abgeordneten der konservativen Tory-Partei von Premierminister David Cameron sind jedoch gespalten. Noch am Montag hatten Gegner des Vorhabens versucht, die Entscheidung über den Gesetzestext hinauszuzögern. Ein Abkommen mit Labour stellte jedoch sicher, dass das Votum stattfand.

Cameron riskiert Rückhalt

Cameron selbst hatte sich deutlich für die Neuregelung ausgesprochen, obwohl sich dies bei seinen Stammwählern nicht gut für ihn auswirkt. Bei der Parlamentswahl im Jahr 2015 könnte ihn das Gesetz Stimmen kosten.

Im Februar hatte der Text im Unterhaus 400 Ja-Stimmen erhalten. 175 Abgeordnete votierten dagegen, darunter 136 Tory-Parlamentarier.

In Grossbritannien können schwule und lesbische Paare seit dem Jahr 2005 ihre Partnerschaft eintragen lassen und dadurch eheähnliche Privilegien erhalten. Den meisten Konfessionen soll nun freigestellt werden, ob sie gleichgeschlechtliche Ehen zulassen. In der dominierenden Anglikanischen Kirche sollen sie verboten bleiben.

Die Anglikaner erlauben ihren Geistlichen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, aber keine eingetragenen Partnerschaften oder Ehen. Im vergangenen Dezember schlug die britische Regierung vor, gleichgeschlechtliche Ehen in kirchlichen Einrichtungen zu gestatten. Doch die Kirchen von England und Wales lehnten dies ab. (sda)

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