Musik des Grauens: Britney der Piraten-Schreck

Aktualisiert

Musik des GrauensBritney der Piraten-Schreck

Britney Spears ist seit neuem im Dienste Ihrer Majestät unterwegs. Ob das Popsternchen jedoch Freude an dieser unfreiwilligen Ehre hat, ist zu bezweifeln.

von
Lucien Esseiva

Die Schiffsentführungen durch somalische Piraten rund um das Horn von Afrika sind eine leidige Sache. Die britische Handelsmarine wurde allein im Jahr 2011 über hundert Mal angegriffen. Weder Kriegsschiffe als Begleitschutz noch schweres Geschütz an Bord der Handelsschiffe und Tanker konnten den Halunken die Lust an den Überfällen nehmen.

Die britische Marine war schon nah am Nervenzusammenbruch, als am Horizont eine Retterin mit blonder Mähne auftauchte: Britney Spears. Der 31-jährige Popstar ist jetzt sozusagen im Dienste Ihrer Majestät - ob es ihr passt oder nicht. Angreifende Piraten werden mit Britneys Pop-Hymnen beschallt. Diese reagieren sofort und ergreifen die Flucht.

Rachel Owens, Offizierin der britischen Handelsmarine, erklärte das Phänomen gegenüber der britischen Zeitung «Mirror» mit folgenden Worten: «Diese Typen können die westliche Kultur oder Musik nicht ausstehen. Das macht Britney für uns perfekt.» Besonders wirkungsvoll seien die Songs «Oops I Did It Again» und «Toxic». Britney als Waffe sei dermassen effektiv, dass sie nur selten schweres Geschütz auffahren müssten, erklärt Owens. «Sobald die Piraten eine Dosis von Britney abbekommen, ziehen sie so schnell wie möglich weiter.»

Beethoven verscheucht Junkies

Mit Popmusik gegen Feinde - das sei keine neue Taktik, sagt Steven Jones, Sprecher des Sicherheitsverbands der Seewirtschaft, dem «Mirror». Dieselbe Idee hatten auch schon amerikanische Kollegen bei Polizei und Militär. Kreuzfahrtschiffe und die Handelsmarine hätten die Strategie schliesslich übernommen.

Britney muss nicht traurig sein, dass ihre Musik zweckentfremdet wird. Das Popsternchen reiht sich nämlich in eine illustre Runde von Musikanten ein. In Hamburg werden Junkies mit Beethoven vom Bahnhofsplatz verjagt. Im sankt-gallischen Heerbrugg treibt Mozart übles Gesindel in die Flucht.

Wenn Musik zur echten Folter wird

Die USA wenden Musik als Foltermethode seit 2002 im Krieg gegen den Terror wieder an. In Guantanamo wird oft mit dem Rapper Eminem gefoltert. Dazu wird der Gefangene in einer unbequemen Positionen fixiert und stunden- manchmal tagelang mit Musik beschallt.

Die USA haben im Gefängnis der Air Base von Mossul im Irak sogar einen Verhörraum namens «Disco» eingerichet. Dort kommt neben der Musik auch ein Stroboskop direkt vor dem Gesicht des Gefangenen zum Einsatz. Beliebte «Folterlieder» sind «Hells Bells» von AC/DC, «Enter Sandman» von Metallica oder «White America» von Eminem.

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