«Brokeback» bei den Innerschweizer Bauern
Aktualisiert

«Brokeback» bei den Innerschweizer Bauern

Schwule Bauern gibts nicht nur im oscargekrönten Hollywoodstreifen «Brokeback Mountain». Doch auch hierzulande sind sie ein Tabuthema – ausser im Verein Bauern-Kerle Schweiz.

«Ein homosexueller Bauer ist für viele unvorstellbar», sagt Vereinspräsident Roland Deuber. Er kennt aber etliche. «Leider lebt keiner von ihnen offiziell mit einem Partner zusammen.» Statt dessen glichen die Schicksale seiner Kollegen oftmals jenen der schwulen Cowboys Jack und Ennis aus »Brokeback Mountain»: Sie unterdrücken ihre Gefühle, spielen Verstecken oder gehen eine Ehe ein, um Fragen auszuweichen. «Ein Coming-out kommt für wenige in Frage», so Deuber. Dass dieses Doppelleben im Selbstmord enden kann, habe er leider schon erleben müssen.

Auch der 51-Jährige war einst verheiratet und traf seinen Geliebten heimlich. Heute wirtet der Bauernsohn im Kanton Schwyz – und wird als Schwuler akzeptiert. Doch für viele Landwirte, Handwerker und Bauarbeiter aus ländlichen Gebieten bietet der Verein Bauern-Kerle Schweiz den einzigen Rahmen, ihre Homosexualität zu leben. «Wir sind keine Engel, aber auch kein reiner Sexclub», stellt sich der Verein auf seiner Homepage vor. Vielmehr sehe man sich als Stammtisch der urchigen Gays. Deuber: «Wir treffen uns auf einen Jass, zu einer Party oder um gemeinsam eine Landwirtschaftsausstellung zu besuchen.»

Eva Wirth

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