Aktualisiert 18.05.2008 02:29

Bronze für Finnland - Kanada und Russland im Final

Die WM in Kanada hat ihren Traumfinal zwischen dem Gastgeber und Russland. Die Kanadier folgten den Russen (4:0 gegen Finnland) mit einem 5:4-Sieg gegen Schweden in den Final vom Sonntag. Finnland gewann die Bronzemedaille.

Erstmals an dieser WM herrschte am Freitagabend Lokalzeit im altehrwürdigen Colisée von Québec City eine euphorische Stimmung. In der ersten Partie der Kanadier, die bisher in Halifax gespielt hatten, kamen die Fans auf ihre Kosten. Der Titelverteidiger und die Schweden boten den Zuschauern ein Offensiv-Spektakel frei von taktischen Fesseln (39:34-Torschüsse) und vor allem im zweiten Drittel eine mitreissende Partie. Dreimal wechselte die Führung, bevor Mike Green die Kanadier sieben Sekunden vor der zweiten Drittelspause erstmals mit zwei Treffern (5:3) und letztlich entscheidend in Führung schoss.

Schweden leistete den Kanadiern erstaunlich harten Widerstand. Fredrik Warg verkürzte in der 55. Minute auf 4:5 und liess die Schweden noch einmal hoffen. Er leitete eine spannende Schlussphase ein, die aber keine Resultatveränderung mehr brachte.

Kanada überzeugte mit einem exzellenten Powerplay (drei Treffer aus vier Möglichkeiten) und einer hohen Intensität. Nebst Green, der zudem zwei Assists erzielte, ragte bei den Kanadiern einmal mehr die Linie mit Dany Heatley (ex-SCB), Ryan Getzlaf und Rick Nash (ex-HCD) heraus. Jeder der drei Stürmer buchte einen (weiteren) Treffer.

Die Kanadier hielten mit dem Finaleinzug die Chance aufrecht, als erstes Team seit der Sowjetunion 1986 eine Heim-WM zu gewinnen. Die beiden Eishockey-Grossmächte Kanada und Russland stehen sich erstmals nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einem WM-Final gegenüber. Die beiden Teams blieben an dieser WM bisher nicht nur ungeschlagen, sie hinterliessen auch den stärksten Eindruck aller WM-Teilnehmer.

Wieder Medaille für Finnland

Schweden verlor am Tag nach dem Halbfinal auch das Spiel um die Bronzemedaille. Im Duell der beiden skandinavischen Topteams siegte Finnland gegen die Schweden 4:0. Die vom künftigen Zuger Trainer Douh Shedden gecoachten Finnen gewannen damit nach 2006 (Bronze) und 2007 zum dritten Mal in Folge eine Medaille, während Schweden nach seiner «Goldsaison» 2006 (Olympia- und WM-Gold) wie im Vorjahr leer ausgeht.

Die Entscheidung im Bronzespiel fiel Anfang des dritten Drittels, als Antti Philström (Milwaukee Admirals/AHL) mit seinem zweiten Treffer das 3:0 für die Finnen erzielte. Schweden dominierte zwar die Partie (36:13-Torschüsse!), hinterliess aber wie schon des öfteren an dieser WM defensiv keinen souveränen Eindruck.

Telegramme:

Finnland - Schweden 4:0 (2:0, 0:0, 2:0)

Colisée, Québec City. - 13 500 Zuschauer. - SR Pellerin/Piechaczek (Ka/De), Losier/Oskirko (Ka/Russ). - Tore: 12. Philström (Niko Kapanen, Hyvönen) 1:0. 14. Niskala (Ville Peltonen) 2:0. 43. Philström (Hyvönen) 3:0. 58. Mikko Koivu (Ausschluss Ruutu!) 4:0 (ins leere Tor). - Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Finnland, 5mal 2 Minuten gegen Schweden.

Finnland: Niklas Bäckström; Väänänen, Salmelä; Jokela, Koistinen; Lepisto, Luoma; Niemi, Niskala; Ruutu, Mikko Koivu, Olli Jokinen; Selänne, Saku Koivu, Ville Peltonen; Jussi Jokinen, Niko Kapanen, Pihlström; Hyvönen, Hahl, Pyörälä.

Schweden: Liv; Stralman, Frögren; Niclas Wallin, Douglas Murray; Magnus Johansson, Fernholm; Edler; Hörnqvist, Nicklas Bäckström, Warg; Rickard Wallin, Johan Andersson, Fabricius; Weinhandl, Martensson, Ledin; Robert Nilsson; Marcus Nilson, Ekman; Holmqvist.

Bemerkungen: Pfostenschuss Mikko Koivu (53.). Schweden von 52:17 bis 52:46 und von 56:23 bis 57:35 ohne Torhüter. - Schüsse: Finnland 13 (8-2-3); Schweden 36 (12-11-13). - Powerplay: Finnland 0/4; Schweden 0/6 (1 Shorthander erhalten).

Kanada - Schweden 5:4 (1:1, 4:2, 0:1)

Colisée, Québec City. - 14 526 Zuschauer. - SR Looker/Rönn (USA/Fi), Fonselius/Novak (Fi/Slk).

Tore: 6. Heatley (Burns, Mike Green/Ausschluss Magnus Johansson) 1:0. 20. (19:15) Stralman (Weinhandl, Ledin) 1:1. 23. (22:46) Niclas Wallin (Martensson, Weinhandl) 1:2. 24. (23:58) Getzlaf (Mike Green/Ausschluss Stralman) 2:2. 29. Mayers (Chimera, Spezza) 3:2. 32. (31:26) Stralman (Robert Nilsson/Ausschluss Keith) 3:3. 33. (32:29) Nash (Getzlaf, Heatley) 4:3. 40. (39:53) Mike Green (Leclaire/Ausschlüsse Niclas Wallin, Frögren) 5:3. 55. Warg (Fabricius, Niclas Wallin) 5:4.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kanada, 7mal 2 Minuten gegen Schweden.

Kanada: Leclaire; Burns, Keith; Bouwmeester, Hamhuis; Staios, Jovanovski; Mike Green; Heatley, Getzlaf, Nash; Doan, Toews, Derek Roy; Sharp, Spezza, Chimera; St. Louis, Eric Staal, Kunitz; Mayers.

Schweden: Lundqvist (ab 41. Tellqvist); Stralman, Douglas Murray; Edler, Niclas Wallin; Magnus Johansson, Frögren; Hörnqvist, Nicklas Bäckström, Robert Nilsson; Marcus Nilson, Rickard Wallin, Ekman; Weinhandl, Martensson, Ledin; Warg, Johan Andersson, Fabricius; Holmqvist.

Bemerkungen: Schweden ohne Kenny Jönsson (verletzt). Pfostenschuss Mike Green (23.). Schweden ab 59:24 ohne Torhüter. Timeout Schweden (59:29). - Schüsse: Kanada 39 (12-15-11); Schweden 34 (11-12-11). - Powerplay: Kanada 3/4; Schweden 1/3.

(si)

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