Brown droht mit Boykott von Afrika-Gipfel
Aktualisiert

Brown droht mit Boykott von Afrika-Gipfel

Der britische Premierminister Gordon Brown hat mit einem Boykott des EU-Afrika-Gipfels gedroht, falls dem simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe die Teilnahme erlaubt wird.

In einem Beitrag für die Donnerstagausgabe der Londoner Zeitung «The Independent» forderte Brown die Staats- und Regierungschefs der EU auf, vor der für den 8. und 9. Dezember in Lissabon geplanten Konferenz den Druck auf das Regime in Harare zu verstärken.

Die wirtschaftliche und humanitäre Krise in Simbabwe schreite weiter voran, erklärte Brown. Mugabe sei verantwortlich für «weit verbreitete Folter und massenhafte Einschüchterung der politischen Opposition». Wenn Mugabe an dem Gipfel mit der Afrikanischen Union (AU) teilnehmen sollte, würde dies nur von den wichtigen Fragen ablenken, die der Lösung harrten. «Unter diesen Umständen wäre meine Teilnahme nicht angemessen», schrieb Brown.

Der letzte EU-Afrika-Gipfel fand im Jahr 2000 in Kairo statt. Pläne für weitere Konferenzen scheiterten daran, dass einige afrikanische Länder den Ausschluss Mugabes nicht akzeptieren wollten. Die EU hat ein Reiseverbot für Mugabe und mehrere Mitglieder seiner Regierung verhängt. Portugal, das gegenwärtig die Ratspräsidentschaft der EU innehat, hat aber angedeutet, dass Mugabe an dem EU-Afika-Gipfel teilnehmen könnte. Das Verhältnis zwischen Europa und Afrika sei wichtiger als die Probleme mit Mugabe, hiess es dazu in Lissabon. (dapd)

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