Neue Werbekampagne - Bruce Willis schwärmt von Davos Klosters
Der Actionheld aus Hollywood als neuer Werbeträger für Davos Klosters? Nicht ganz …

Der Actionheld aus Hollywood als neuer Werbeträger für Davos Klosters? Nicht ganz …

IMAGO / Runway Manhattan
Publiziert

Kampagne mit PromifaktorBruce Willis schwärmt von Davos Klosters

Nachdem Robert De Niro die Werbetrommel für Schweiz Tourismus rührte, lockt nun die Stimme von Bruce Willis nach Davos Klosters. Ein Experte verrät, warum immer mehr Destinationen mit Stars werben.

von
Martin Hoch

Hollywood scheint sich in die Schweiz verliebt zu haben. Nachdem Robert De Niro zusammen mit Roger Federer in einem Videoclip von Schweiz Tourismus auftauchte, schwärmt in einem neuen Imagefilm der Tourismusdestination Davos Klosters Bruce Willis vom Winter in den Bergen.

Zumindest klingt es danach. Tatsächlich handelt es sich nicht um Bruce Willis selber, sondern um seine deutsche Synchronstimme, die des Schauspielers Manfred Lehmann. Mit dem Imagefilm ist Davos Klosters die Aufmerksamkeit sicher. «Wir konkurrieren bei der Werbung mit Destinationen, die über erheblich grössere Budgets verfügen. Um sich da Aufmerksamkeit zu verschaffen, sind kreative Ansätze gefragt», sagt Samuel Rosenast, Leiter Kommunikation bei Davos Klosters.

Was bringt die Werbung mit Stars?

Weshalb setzen Tourismusregionen vermehrt auf den Promifaktor? Sind den Destinationen die eigenen Argumente ausgegangen? Reicht es nicht mehr, Berglandschaften in weissem Gewand und perfekt präparierte Pisten zu zeigen? Wir wollten es vom Kommunikationsexperten Ferris Bühler wissen:

Ferris Bühler, welchen Effekt hat es, wenn Prominente für eine Tourismusdestination werben?

Erstmal muss man hier einen Unterschied machen, ob tatsächlich ein Prominenter als sogenannter «Brand Ambassador» auftritt, oder ob es sich wie im Fall des Imagefilms von Davos Klosters um eine Synchronstimme einer prominenten Persönlichkeit handelt.

Thomas Buchwalder

Ferris Bühler ist PR- und Kommunikationsexperte und Inhaber der Storytelling-Agentur Ferris Bühler Communications. In seinem Podcast «StoryRadar» spricht er mit seinen Gästen über Trends aus der PR- und Marketingwelt.

Anhand der Stimme schliesst man doch auf Bruce Willis ...

Nicht jeder macht das. Vielen Leuten muss man erst erklären, dass es sich bei der Stimme um die Synchronstimme von Bruce Willis handelt. Aber was beim Clip passiert, ist, dass Leute denken «diese Stimme kommt mir doch bekannt vor». Dadurch wird eine Vertrautheit geschaffen.

Also hat der Imagefilm von Davos Klosters durchaus einen positiven Effekt?

Ja, hört man eine bekannte Stimme, egal, ob man sie zuordnen kann, schenkt man dem Dargebotenen mehr Aufmerksamkeit. Es ist durchaus eine smarte Herangehensweise, um auf die Tourismusdestination aufmerksam zu machen. Zudem wird sie um einiges kostengünstiger sein als das Engagement des eigentlichen Stars. Eine Problematik bei dieser Werbeform ist jedoch, dass sie hauptsächlich auf Youtube und weiteren Social Media-Kanälen ausgespielt wird. Und da hat ein nicht zu unterschätzender Teil der Userinnen und User den Ton abgestellt – man hört die Stimme also gar nicht.

Sind solche Bilder nicht mehr Werbung genug für eine Feriendestination?

Sind solche Bilder nicht mehr Werbung genug für eine Feriendestination?

Davos Klosters, Matthias Paintner

Heisst das, der Imagefilm ist also gut, um Aufmerksamkeit zu generieren, aber nicht viel mehr als Effekthascherei?

Werbung mit Stars funktioniert wegen des Publikumsinteresses am Star. Doch sie muss glaubwürdig sein.

Was heisst das konkret?

Eine stimmige Kampagne hat New York vor einigen Jahren mit Taylor Swift umgesetzt. Damals zog Taylor Swift tatsächlich nach New York und gemeinsam mit der Tourismusorganisation lancierte sie die Kampagne «Welcome to New York». So entdeckte man New York mit den Augen der Neuzuzügerin Taylor Swift, die gleichzeitig einen Song mit dem gleichnamigen Titel «Welcome to New York» herausgab, der in der Stadt zu sowas wie einer Hymne avancierte.

Verlangt unsere heutige Zeit nach Authentizität?

Unbedingt. Gleichzeitig müssen Tourismusdestinationen bei der Bewerbung gut darauf achten, wer die Zielgruppe ist. Ein schönes Beispiel dafür ist die Kampagne von Jessica Alba und Zac Efron, die letzten Sommer zusammen mit Dubai Tourismus sechs Videoclips in bester Hollywoodmanier umsetzten. Hier spielten der Promi-Faktor, die Zielgruppe und deren Interessen perfekt zusammen.

Sollten Tourismusdestinationen vermehrt auf Stars setzen?

Die Tourismusindustrie wird definitiv vermehrt auf diesen Zug aufspringen. Als Destination möchte man inspirieren. Mit den sich wiederholenden Kampagnen heben sich Destinationen zu wenig ab. Sie müssen in der Werbung neue Wege gehen. Doch Prominenz alleine genügt nicht. Würde beispielsweise Gstaad Madonna verpflichten, bei der man weiss, dass sie jedes Jahr da ihre Ferien verbringt, wäre das ein perfekter Match. Würde sie gar noch einen Song über ihre Liebe zu Gstaad rausbringen, wäre das sensationell und gleichzeitig absolut authentisch.

Die klassische Werbung ist also passé?

Ja. Früher galt bei den meisten Tourismusdestinationen das Prinzip «one size fits all». Man transportierte mit der Werbung: Wir sind für alle da. Heute müssen sich Feriendestinationen fragen, welche Zielgruppe man ansprechen möchte. Und man muss kreativer werden. Um auf Davos Klosters zurückzukommen: Sie machen aktuell vieles richtig, indem sie Kanäle wie Tiktok individuell bespielen. Massgeschneiderter und höchst kreativer Werbung gehört die Zukunft.

Was überzeugt dich, eine Feriendestination zu besuchen?

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