Aktualisiert 30.05.2009 07:14

Treffen der Expräsidenten

«Bruder, gut dich zu sehen»

Ihre jeweiligen Anhänger hassen den andern in der Regel als ideologischen Feind. Nun gaben sich die ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und Bill Clintion bei ihrem ersten gemeinsamen Bühnenauftritt als ganz harmonische «Brüder».

«Bruder, gut dich zu sehen», begrüsste der Republikaner Bush seinen demokratischen Vorgänger Clinton bei dem Forum in der kanadischen Stadt Toronto. Sein Vater George Bush und Clinton hätten so viel Zeit miteinander verbracht, dass seine Mutter den Demokraten als «eine Art Sohn» bezeichnet habe, erklärte Bush die «Verbrüderung». Clinton und Bush Senior arbeiteten etwa beim Eintreiben von Spenden nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien zusammen.

Vor rund 6000 Zuhörern sprachen die beiden früheren Präsidenten über Schwerpunkte ihrer Politik und über den Umgang miteinander. Clinton habe seine Regierung immer mit Respekt behandelt, sagte Bush. Unterschiedliche Ansichten offenbarten die einstigen Bewohner des Weissen Hauses lediglich in Punkten wie dem Irak-Krieg: Die UN-Inspektoren hätten mehr Zeit gebraucht, kritisierte Clinton.

Einige Zuschauer, die 200 bis 2500 kanadische Dollar für die Eintrittskarten hinlegten, reagierten enttäuscht. Sie hatten eine hitzigere Debatte erwartet. (dapd)

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