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Bruder von tschetschenischem Rebellenführer stellt sich

Ein Bruder des tschetschenischen Rebellenführers Doku Umarow hat sich nach Angaben der prorussischen Regierung in Grosny den Behörden gestellt.

Doku Umarow hatte die Führung der Rebellen in der nordkaukasischen Teilrepublik vom im Juni getöteten Abdul-Chamid Sadulajew übernommen. Sein Bruder habe die Waffen niedergelegt gegen die Zusage, dass eine Amnestie für ihn geprüft werde, erklärte die Regierung in Grosny.

Die Rebellen erklärte auf ihrer Internetseite, Umarow habe gar keinen Bruder. Der Fernsehsender NTV berichtete dagegen, der jüngere Bruder des Rebellenanführers sei der Chef von dessen Leibgarde.

Zunächst war die pro-russische Regierung davon ausgegangen, dass es sich bei dem Mann um Umarow selber handle, korrigierte ihre Angaben aber später. Details nannte sie nicht.Über den Verbleib des tschetschenischen Rebellenführers machten die Behörden keine Angaben.

Umarows einziger Rivale, der einflussreiche Rebellenführer Schamil Bassajew, wurde nach russischen Angaben im Juli getötet. Seither hätten sich rund 116 Untergrundkämpfer dem moskautreuen tschetschenischen Ministerpräsidenten Ramsan Kadyrow ergeben, hiess es in Grosny.

Bassajew hat sich unter anderem zu der Geiselnahme im süd- russischen Beslan bekannt, bei der 2004 in einer Schule mehr als 300 Menschen getötet wurden, die meisten davon Kinder. Im seit zwölf Jahren anhaltenden Kampf um Tschetschenien sind Zehntausende Menschen getötet worden.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte den letzten tschetschenischen Rebellen eine Amnestie angeboten. Wer bis Ende September die Waffen strecke und keine schweren Verbrechen verübt habe, solle straffrei ausgehen. Nach offiziellen Schätzungen kämpfen derzeit noch 500 bis 1500 Mann im tschetschenischen Untergrund. (dapd)

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