Basler Spitäler-Fusion: «Bruderholz hätte man ganz schliessen sollen»
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Basler Spitäler-Fusion«Bruderholz hätte man ganz schliessen sollen»

Die Gesundheitsdirektoren beider Basel feiern ihre neue Spitalstrategie als grossen Wurf. Gesundheitsökonom Stefan Felder sieht das anders.

von
lha
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Gesundheitsökonom Stefan Felder bewertet den Nutzen der Spitalstrategie beider Basel kritisch.Bild: SRF

Gesundheitsökonom Stefan Felder bewertet den Nutzen der Spitalstrategie beider Basel kritisch.Bild: SRF

SRF
Das Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals. Im grössten Spital der Region stehen gewaltige Investitionen bevor. Das Klinikum 2 soll neu gebaut werden, was bis zu 900 Mio. Fr. kostet.

Das Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals. Im grössten Spital der Region stehen gewaltige Investitionen bevor. Das Klinikum 2 soll neu gebaut werden, was bis zu 900 Mio. Fr. kostet.

Keystone/Georgios Kefalas
Der Hauptsitz der Kantonsspitäler Baselland in Liestal. Die Baselbieter Spitalgruppe ist auf drei Standorte verteilt und teuer. Die stetig wachsenden Kosten bereiten der Baselbieter Regierung seit Jahren Sorgen.

Der Hauptsitz der Kantonsspitäler Baselland in Liestal. Die Baselbieter Spitalgruppe ist auf drei Standorte verteilt und teuer. Die stetig wachsenden Kosten bereiten der Baselbieter Regierung seit Jahren Sorgen.

ksbl

Die am Montag präsentierte Spitalstrategie beider Basler Halbkantone wurde als grosser Wurf gefeiert. Das Basler Unispital und das Kantonsspital Baselland mit seinen drei Standorten sollen in einer gemeinsamen Spitalgruppe zusammengefasst, de facto also fusioniert werden. Und dies zu einem Zeitpunkt, als in der Partnerschaft der beiden Basel eine neue Eiszeit angebrochen war.

Der grosse Wurf ist aber vielleicht gar keiner. Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Basel, zweifelt am Nutzen der Spitäler-Fusion: «Ich glaube nicht, dass damit Kosten gespart werden», sagt er. Er fürchtet vielmehr, dass der neue Spitalkoloss qualitativ ins Mittelmass abrutscht. Schon jetzt haben das Unispital und das KSBL in ihrem jeweiligen Kanton eine marktbeherrschende Stellung, stehen aber im Wettbewerb zueinander.

Die Wettbewerbssituation fiele durch die Zusammenlegung der Spitäler aber weg. «In anderen Bereichen würde man ob so einer Situation die Hände verwerfen», so Felder.

Bruderholz ist überflüssig

Aus der Sicht der Regierungen sei die Strategie nachvollziehbar und «politisch sogar überraschend», so Felder. Langfristig sei das Problem der Überkapazitäten und der Kosten damit aber nicht gelöst. «Das Bruderholzspital ganz zu schliessen wäre am besten gewesen.» Er sieht aber auch, dass ein solch radikaler Entschluss politisch heikel gewesen wäre. Folglich wird der Prämienzahler von der neuen Spitalstrategie kaum profitieren, so Felders Prognose.

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