Therwil BL: Brüder geben Lehrerin weiter nicht die Hand
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Therwil BLBrüder geben Lehrerin weiter nicht die Hand

Seit Mittwoch ist bekannt, dass die beiden Brüder von Therwil ihren Sek-Lehrerinnen die Hand schütteln müssen. Offenbar halten sie sich aber nicht daran.

von
aj
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Imam I.S., Vater der beiden Therwiler Handschlag-Verweigerer, in der König-Faysal-Moschee in Basel.

Imam I.S., Vater der beiden Therwiler Handschlag-Verweigerer, in der König-Faysal-Moschee in Basel.

kein Anbieter/Jürgen Endres
Die Handschlag-Verweigerer A. und N. in der Basler König-Faysal-Moschee, wo ihr Vater als Imam amtet.

Die Handschlag-Verweigerer A. und N. in der Basler König-Faysal-Moschee, wo ihr Vater als Imam amtet.

kein Anbieter/Matthias Willi
Die Minderjährige Tochter B. ist aus dem strengen Elternhaus in ein Frauenhaus geflohen: Zwei Studentinnen beim Lernen an der Universität Zürich.

Die Minderjährige Tochter B. ist aus dem strengen Elternhaus in ein Frauenhaus geflohen: Zwei Studentinnen beim Lernen an der Universität Zürich.

Keystone/Petra Orosz

Bis zu 5000 Franken Busse drohen den beiden, wenn sie ihren weiblichen Lehrpersonen den Händedruck verweigern. Religionsfreiheit gelte nicht als Entschuldigung, die Hand zur Begrüssung nicht zu geben, ergab das Rechtsgutachten der Baselbieter Bildungsdirektion, das am Mittwoch vorgestellt worden ist.

Laut der «Basler Zeitung» halten sich die beiden Schüler trotzdem nicht daran. Wie ein Bekannter gegenüber der Zeitung sagte, weigern sie sich weiterhin. «Sie sind bereit, das Ganze bis vor Bundesgericht zu ziehen. Bisher haben die Lehrerinnen den Händedruck jedoch nicht eingefordert.» Aufgrund des Persönlichkeitsschutzes lässt sich diese Information aber weder bei der Baselbieter Bildungsdirektion noch bei der Sekundarschule Therwil überprüfen.

Muslime gespalten

Der IZRS hat die betroffene Familie in der Angelegenheit bis jetzt beraten. In der Androhung von Disziplinarmassnahmen sieht er eine grobe Kompetenzüberschreitung und droht bei einer Umsetzung damit, rechtlich dagegen vorzugehen. Ob der IZRS der betroffenen Familie den Gang durch die Instanzen bis vors Bundesgericht bezahlen wird, liess Sprecherin Janina Rashidi auf Anfrage offen.

Die Position des IZRS ist allerdings nicht repräsentativ für die Haltung der Mehrheit der Schweizer Muslime. «Unsere Position deckt sich mit jener der Baselbieter Bildungsdirektion in dem Sinne, dass Schüler ihren Lehrpersonen die Hand reichen sollen», sagt Pascal Gemperli, Sprecher der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS), der über 170 muslimische Vereine angeschlossen sind.

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