Mobiltelefonie: Brüssel prangert Verkauf von Handy-Klingeltönen an
Aktualisiert

MobiltelefonieBrüssel prangert Verkauf von Handy-Klingeltönen an

Beim Verkauf von Handy-Klingeltönen im Internet bedienen sich nach Angaben der EU-Kommission bis zu 80 Prozent der Anbieter unsauberer Tricks.

Bei der Überprüfung von 558 einschlägigen Websites in ganz Europa seien insgesamt 466 negativ aufgefallen und müssten näher untersucht werden, erklärte Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva am Donnerstag in Brüssel. Sie forderte die nationalen Verbraucherschutzbehörden auf, unlautere Verkaufspraktiken zu bestrafen.

Eine Verschärfung der EU-Verbraucherschutzvorschriften lehnte Kuneva dagegen ab. «Das ist nicht nötig, die existierenden EU-Richtlinien müssen nur auch angewandt werden», sagte die Verbraucherschutzkommissarin. Wenn sie feststellen sollte, dass einzelne Mitgliedstaaten dieser Verpflichtung nicht nachkämen, werde sie «nicht zögern, Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten». Eine Frist setzte Kuneva den nationalen Regierungen allerdings nicht. Zunächst einmal müssten die bemängelten Websites genauer überprüft werden, sagte die EU-Kommissarin.

Mehr als 60 Prozent der 558 untersuchten Online-Plattformen wiesen laut der ersten Untersuchung Anfang Juni irreführende Informationen auf. Laut EU-Kommission wurden darauf Klingeltöne oder Hintergrundbilder für Handys als gratis angepriesen, erwiesen sich für die Verbraucher dann aber doch als kostenpflichtig. Als «irreführende Information» wertete die Kommission allerdings auch, wenn vertragliche Details im Kleingedruckten versteckt wurden.

Bei knapp 50 Prozent der Websites waren die Preisangaben unklar. In einigen Fällen war die Mehrwertsteuer nicht eingerechnet, in anderen wurden die Käufer nicht darüber informiert, dass sie mit dem Herunterladen eines Klingeltons ein Abonnement abschlossen. (dapd)

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