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Schadenersatz gefordertBrüste kaputt – Swiss verklagt

Die Vorwürfe der Russin sind happig: Auf einem Flug von Moskau nach Zürich sollen ihre Brustimplantate beschädigt worden sein. Jetzt will sie 100 000 Euro von Swiss. Doch dort weiss man von nichts.

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atk/jcg

Iren Ferrari, ein russisches Glamourgirl mit italienischem Künstlernamen, soll für fünf Schönheitsoperationen insgesamt bereits eine Million Dollar ausgegeben haben. Heute gilt sie als die Russin mit der grössten Oberweite. Doch so viel künstliche Schönheit hat offenbar nicht nur Vorteile.

Frau Ferrari will das an Bord einer Swiss-Maschine schmerzhaft erfahren haben. Dort sei sie während Turbulenzen mit ihren grossen Brüsten hart gegen den Vordersitz geprallt: «Es war ein harter Schlag. Ich habe meine linke Brust angeschlagen. Ich hatte Schmerzen», sagte sie in einem Interview mit dem russischen Sender NTV. Der Aufprall soll ihre 9-Kilo-Implantate derart beschädigt haben, dass die ganze chirurgische Arbeit nun dahin sei. «Als ich in Russland einen Chirurgen aufsuchte, sagte er mir, dass ich Probleme mit meiner Brust habe», so Ferrari weiter.

«Bei so einer immensen Grösse ist es denkbar, dass die Silikonhülle platzen oder das Ventil lecken kann», erklärt Dr. med. Roger Gmuer, Facharzt für plastische Chirurgie an der Klinik Tiefenbrunnen in Zürich auf Anfrage von 20 Minuten Online. Bei herkömmlichen Körbchengrössen ist das allerdings eher unwahrscheinlich: «Mit einem Silikongel gefüllten Implantat vernünftiger Grösse, das heisst einem an die Proportionen der Patientin angepassten Volumen, wäre so ein Zwischenfall äusserst unwahrscheinlich», führt der Experte aus und erklärt, dass führende Hersteller ihren Kundinnen mittlerweile lebenslange Garantie gegen ein technisches Versagen ihrer Implantate gewähren.

Trotzdem will die Dame, die ihr Alter mit 29 Jahren angibt, von der Fluggesellschaft Swiss 100 000 Euro (137 000 Franken) Schadenersatz. Als Grund für die Klage gab ihr Anwalt Sergej Schorin gemäss «The Sun» an, dass «der Platz zwischen den Sitzen zu eng für ihre grossen Brüste» gewesen sei. Deshalb liege die Verantwortung bei der Fluggesellschaft. Er rechnet sich gute Chancen aus. Er habe Zeugen, die den Vorfall miterlebt haben, so Schorin weiter.

Swiss weiss von nichts

Bei der schweizerischen Fluggesellschaft weiss man von alledem nichts. Ein Swiss-Sprecher erklärte gegenüber 20 minutes online, dass das Unternehmen nichts von dem Fall wisse. «Von der jungen Frau sind keinerlei Forderungen eingegangen.»

Es ist nicht das erste Mal, dass Irene Ferrari eine Airline verklagt. Im letzten Juni war ein Silikonkissen bei der Landung eines Fluges von Moskau nach Los Angeles geplatzt. Ferrari musste daraufhin hospitalisiert werden. Sie bekam danach tatsächlich eine Entschädigung von der Fluggesellschaft und vom französischen Chirurgen, der ihr die Implantate verpasst hatte. Das russische Boulevardblatt «Express Gazeta» spekuliert denn auch, ob Ferrari gar versucht, ihre nicht sonderlich gut laufende Modelkarriere bewusst mit solchen Unfällen aufzupeppen.

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