Aktualisiert 08.02.2010 09:47

Zeugen sagen ausBrunner schlug als Erster zu

Dominik Brunner wurde von zwei Jugendlichen auf dem S-Bahnhof München-Solln am helllichten Tag zu Tode geprügelt. Doch nach Zeugenaussagen soll der Manager als Erster zugeschlagen haben.

Bei der Auseinandersetzung an der S-Bahn-Haltestelle München-Solln habe er die Fäuste gehoben, sei auf die zwei Jugendlichen zugegangen und habe einem von ihnen ins Gesicht geschlagen, berichteten Zeugen laut «Spiegel» bei ihren Vernehmungen. Brunner habe mindestens ein Jahr lang in einer Boxschule trainiert.

Die neuen Einzelheiten der Ermittlungsergebnisse wurden dem Bericht zufolge nach der Anklageerhebung bekannt. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Tatverdächtigen im Alter von 18 und 17 Jahren wegen Mordes angeklagt ( 20 Minuten Online berichtete). Die Staatsanwaltschaft konnte die neuen Details nicht bestätigen. Ihre Sprecherin Barbara Stockinger sagte der Nachrichtenagentur DAPD, die Behörde werde auch keine Details der Anklage veröffentlichen.

«Jetzt gibts Ärger hier»

Kurz nach der tödlichen Schlägerei vom 12. September 2009 hatte die Polizei berichtet, die Jugendlichen seien plötzlich auf die vier Kinder losgegangen, die mit Brunner an der S-Bahn-Station München-Solln ausgestiegen waren. Der 50-jährige Geschäftsmann sei dazwischengegangen. Die Jugendlichen wollten ihn laut Staatsanwaltschaft für seine Einmischung bestrafen.

Nach den nun bekanntgewordenen Zeugenaussagen soll Brunner dem S-Bahn-Fahrer zugerufen haben «Jetzt gibt's hier hinten Ärger.» Dann habe er zugeschlagen. Der 18-jährige Markus Sch. habe einen Schlüsselbund als Schlagwaffe benutzt, der 17-jährige Sebastian L. ein Feuerzeug in die Faust genommen. Sie boxten und traten ihn demnach auch noch, nachdem er mit dem Kopf gegen ein Metallgeländer geschlagen und zu Boden gefallen war. Erst als die Polizei eintraf, seien die Schläger geflüchtet. Brunner habe sich kurz aufgerichtet und gestöhnt, das sei jetzt aber hart gewesen. Dann sei er zusammengesackt und habe das Bewusstsein verloren.

Prozessbeginn nicht vor April

Der 18-Jährige soll vor der Tat eine halbe Flasche Wodka und fünf Flaschen Bier getrunken haben, der 17-Jährige zwei Flaschen Bier. Sie hatten an der S-Bahn-Haltestelle Donnersbergerbrücke vier Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren belästigt und Geld von ihnen verlangt. Alle stiegen in die Bahn ein. Dort bot Brunner den Kindern Schutz an.

Das Landgericht München muss zunächst über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden und dann den Prozess terminieren, der voraussichtlich nicht vor April beginnt. (dapd)

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