Bruno Ganz erhält Kunstpreis der Stadt Zürich 2006
Aktualisiert

Bruno Ganz erhält Kunstpreis der Stadt Zürich 2006

Der Zürcher Schauspieler Bruno Ganz hat am Montag den mit 50 000 Franken dotierten Kunstpreis der Stadt Zürich erhalten.

Gemäss Stadtpräsident Elmar Ledergerber hat Ganz immer wieder Tausende von Leute in höchstem Masse beeindruckt.

«Bruno Ganz ist einer der herausragendsten Theater- und Filmschauspieler im deutschsprachigen Raum», sagte Ledergerber. Mit dem Kunstpreis würdige der Stadtrat eine überaus erfolgreiche, langjährige Karriere eines Zürcher Künstlers mit internationaler Ausstrahlung.

Ganz wurde 1941 als Sohn eines Arbeiters und einer Italienerin in Zürich-Seebach geboren. Nach der Schauspielausbildung spielte er in einigen Schweizer Kinoproduktionen mit. In den 60er Jahren stand er unter Regisseuren wie Peter Zadek und Peter Stein auf deutschen Bühnen.

«Theatergenie»

1972 spielte Ganz erstmals an den Salzburger Festsspielen: unter der Regie von Claus Peymann in Thomas Bernhards «Der Ignorant und der Wahnsinnige». Der österreichische Schriftsteller bezeichnete Ganz einst als «das grösste Theatergenie, das die Schweiz je hervorgebracht hatte».

Ein weiterer Höhepunkt in der Theaterkarriere des als schwer zugänglich geltenden Ganz ist sein Auftritt in Peter Steins «Faust», der rund 13 Stunden dauerte. Ganz erhielt 1991 den Hans- Reinhart-Ring und ist seit 1996 Träger des Iffland-Rings, die Auszeichnung für den «bedeutendsten und würdigsten Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters».

Trotz seiner Theatererfolge nimmt der Film eine wichtige Rolle im Leben von Ganz ein, wie der Zürcher Stadtrat weiter mitteilte. Auch in dieser Sparte arbeitete er mit einigen der besten Regisseure. Unter Wim Wenders spielte er in «Der Himmel über Berlin», unter Theo Angelopoulos in «Die Ewigkeit und ein Tag», unter Werner Herzog in «Nosferatu».

Seine Hitler-Darstellung in «Der Untergang» hinterliess gemäss Stadtrat «eine denkwürdige und international anerkannte Leistung». Derzeit erfreue Ganz im Film «Vitus» von Fredi Murer «als sympathischer, bodenständiger Opa das Publikum».

Vermittlerpreise an Giacometti und Keller

Der Stadtrat hat ferner die Kunstvermittlerpreise verliehen. Die mit je 15 000 Franken dotierten Auszeichnungen gehen an das Ehepaar Bruno und Odette Giacometti sowie an den Verleger Walter Keller.

Der 99-jährige Architekt Giacometti ist der Bruder des 1966 verstorbenen Bildhauers und Malers Alberto Giacometti. Bruno Giacometti hat erst vor kurzem 75 Originalgipse und rund ein Dutzend Bronzeplastiken der im Kunsthaus Zürich domilizierten Alberto Giacometti Stiftung geschenkt.

Walter Keller sei seit 1978 als zentrale Gründerfigur am Aufschwung von Fotografie, Kunst und Populärkultur beteiligt. Der von ihm mitgegründete Scalo Verlag gehört weltweit zu den renommiertesten Fotografie- und Kunstbuchverlagen.

(sda)

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