Aktualisiert 10.03.2005 15:54

Bruno Manser für tot erklärt

Fast fünf Jahre nach seinem spurlosen Verschwinden im Regenwald von Sarawak auf Borneo gilt Manser damit juristisch für tot.

Der Schweizer Umweltaktivist Bruno Manser ist vom Basler Zivilgericht für verschollen erklärt worden.

Das letzte Lebenszeichen Mansers datiert vom 23. Mai 2000. Auf Ersuchen der Angehörigen wurde das Verschollen-Verfahren im Herbst 2003 vom Zivilgericht eingeleitet. Seither gingen keine glaubhaften Nachrichten über Mansers Weiterleben oder Verbleib ein.

Das Zivilgericht Basel-Stadt erklärte den am 25. August 1954 in Basel geborenen Bruno Manser deshalb am Donnerstag offiziell für verschollen. Manser werde nun rechtlich behandelt wie wenn er tot wäre, sagte der zuständige Gerichtspräsident gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Engagement für Tropenwald und Penan

Der Bruno-Manser-Fonds (BMF) in Basel würdigte den Verschollenen am Donnerstag in einem Comuniqué als einen der unermüdlichsten und glaubwürdigsten Kämpfer für die Erhaltung der weltweit bedrohten tropischen Urwälder und für die Rechte des Volkes der Penan auf Borneo. Bei diesen hatte Manser sechs Jahre gelebt.

Während seines Aufenthaltes in Malaysia wurde Manser Zeuge der rücksichtslosen Abholzung der Urwälder von Borneo durch lokale Holzfirmen. Er unterstützte die Penan auch nach seiner Rückkehr in die Schweiz bei der Organisation des zivilen Widerstands und zog sich dabei die Feindschaft von Holzindustrie und Regierung zu. Mit einem 60-tägigen Hungerstreik vor dem Bundeshaus in Bern wurde Manser 1993 national bekannt.

Für sein politisches Engament wurde Manser mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Demnächst wird im Berner Zytglogge-Verlag unter dem Titel «Bruno Manser - die Stimme des Waldes» eine Biografie des Umweltschützers erscheinen. Am 21. Mai findet in Basel zudem eine offizielle Erinnerungsfeier für Manser statt.

(sda)

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