Prügel nach Einladung: Brutale Rentner-Räuber werden ausgeschafft
Aktualisiert

Prügel nach EinladungBrutale Rentner-Räuber werden ausgeschafft

Ein 80-jähriger Mann lud drei Männer zu sich nach Hause ein - und wurde als «Dank» verprügelt und ausgeraubt. Zwei der drei albanischen Staatsbürger kriegten 21 Monate bedingt und müssen die Schweiz verlassen.

von
Attila Szenogrady
Drei Männer überfielen einen Rentner und bedrohten ihn mit einem Messer.

Drei Männer überfielen einen Rentner und bedrohten ihn mit einem Messer.

«So etwas Niederträchtiges, was sie getan haben, sieht man selten», hielt der Gerichtsvorsitzende Roger Weber anlässlich der Urteilseröffnung vom Donnerstag fest. Die Vorwürfe gegen die beiden 20-jährigen Albaner waren vor den Schranken nicht mehr bestritten. Sie hatten am 7. August 2011 zusammen mit einem weiteren Landsmann die Einladung eines über 81-jährigen Seniors in dessen Wohnung in Zürich-Schwamendingen dankbar angenommen.

Weniger dankbar zeigten sich die Besucher nach dem Dessert und ausgiebigem Alkoholkonsum. Sie beschlossen spontan, ihren ahnungslosen Gastgeber zu überfallen und auszunehmen.

Gefesselt, verprügelt und zurückgelassen

Was danach folgte, war für den Senior schlimmer als ein böser Albtraum. Er wurde von seinen jungen Besucher plötzlich mit einem Messer bedroht und mit Klebeband an Händen und Füssen wie zu einem Paket verschnürt. Dann pressten ihm die Täter den Schlüssel zu seinem Tresor ab und knebelten ihn. Danach prügelten sie massiv auf den Kopf des wehrlosen Rentners ein und zogen ihm die Ringe von seinen Fingern.

Sie plünderten darauf den Safe und suchten mit Bargeld und Schmuck für rund 5600 Franken das Weite. Dabei überliessen sie das malträtierte und gefesselte Opfer im Schlafzimmer seinem Schicksal. Es konnte sich erst nach mehreren Stunden vom Knebel befreien und um Hilfe schreien. Die Polizei konnte ihn schliesslich um 4.30 Uhr aus der misslichen Lage befreien. Der erheblich verletzte Geschädigte musste in der Folge mehrere Tage im Spital verbringen.

Geständig und reumütig

Zwei der brutalen Täter wurden im letzten Februar im Kanton Genf dingfest gemacht. Sie legten ein umfassendes Geständnis ab und zeigten sich vor Gericht durchaus reumütig. «Einmal und nie wieder», beteuerte einer der Touristen, schob aber die Verantwortung für sein Vorgehen auf seinen Alkoholkonsum ab.

Das Gericht liess noch einmal Gnade vor Recht walten und segnete in einem abgekürzten Verfahren einen Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ab. Damit wurden beide Ersttäter wegen Raubes zu bedingten Freiheitsstrafen von je 21 Monaten verurteilt.

Sie wurden zudem solidarisch verpflichtet, dem geschädigten Senior neben einem Schadenersatz von 6000 Franken ein Schmerzensgeld von 10 000 Franken zu bezahlen. Beide Beschuldigten – sie haben 117 Tage in Haft verbüsst – sollen bereits am Freitag dem Migrationsamt zwecks Ausschaffung in ihre Heimat überwiesen werden.

Deine Meinung