Kaltbrunn: Brutale Schläge gegen bewusstlose Opfer
Aktualisiert

KaltbrunnBrutale Schläge gegen bewusstlose Opfer

Bei einer Massenschlägerei am Jahrmarkt in Kaltbrunn im Herbst 2007 haben zwei junge Männer mit Fäusten und Füssen brutal zugeschlagen. Heute standen die beiden vor dem Kreisgericht See-Gaster in Uznach.

Den Angeklagten, einem 21-jährigen Schweizer mit rechtsextremer Gesinnung und einem 25-jährigen Ausländer, drohen bedingte Freiheitsstrafen. Laut Anklage sollen sie durch ihre Attacken lebensgefährliche Verletzungen von Opfern in Kauf genommen haben.

An der Massenschlägerei nach dem Jahrmarkt in Kaltbrunn im Oktober 2007 waren rund 20 Personen beteiligt. Mindestens acht von ihnen erlitten schwere Verletzungen im Gesicht und am Körper. Gegen 13 junge Männer wurden Strafverfahren eröffnet, einige wurden durch die Jugendanwaltschaft verurteilt.

Tritte in Gesicht und Bauch

Die beiden Angeklagten sollen sich gegenseitig brutal geschlagen und getreten haben. Sie hätten auch andere Opfer mit Fusstritten ins Gesicht und in den Bauch traktiert, als diese bereits bewusstlos auf dem Boden lagen.

Nur durch Glück, sei niemand bei der Massenschlägerei lebensgefährlich verletzt worden oder habe bleibende Schäden davongetragen. Die Angeklagten seien der versuchten vorsätzlichen schweren Körperverletzung schuldig zu sprechen.

Für den 21-jährigen Schweizer verlangte der Staatsanwalt eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten und eine Busse von 1500 Franken. Er soll neben der Beteiligung an der Schlägerei auch einen Polizisten am Fotografieren gehindert haben.

«Hitler-Gruss»

Der Angeklagte gab laut Zeugen während der Massenschlägerei zudem rassistische Sprüche von sich und machte den «Hitler-Gruss». Ausserdem soll der junge Mann einige Wochen vor der Schlägerei die Teilnehmer einer Kundgebung gegen Rassendiskriminierung in Glarus schikaniert und möglicherweise ebenfalls geschlagen haben.

Für den 25-jährigen Ausländer verlangte die Anklage eine bedingte Freiheitsstrafe von 13 Monaten und eine Busse von 1000 Franken. Zudem soll er dem Mitangeklagten, dem er eine Zahnbrücke herausgeschlagen haben soll, die Zahnarztrechnung und Lohnausfall von 750 Franken zahlen. (sda)

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