Paris: Brutaler Angriff auf 15-Jährigen schockt ganz Frankreich
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ParisBrutaler Angriff auf 15-Jährigen schockt ganz Frankreich

Ein Dutzend Jugendlicher schlägt und kickt in Paris fast eine halbe Minute lang auf einen wehrlosen 15-Jährigen ein. Der Jugendliche musste notoperiert werden.

Darum gehts

  • Der 15-jährige Yuriy wurde in Paris brutal zusammengeschlagen.

  • Ein Dutzend Jugendlicher schlug und kickte nach ihm – selbst dann noch, als er längst wehr- und leblos am Boden lag.

  • Sie zertrümmerten ihm den Schädel, brachen ihm Arm, Rippen, Finger und Schultern.

In Frankreich ist die Öffentlichkeit schockiert über ein Video, das sich in den sozialen Netzwerken verbreitet. Es zeigt eine Szene im 15. Arrondissement der Stadt Paris, in der ein Jugendlicher von einem Dutzend Angreifer verprügelt wird. 22 Sekunden lang. Die Jugendlichen schlagen und kicken auch dann noch auf ihr Opfer ein, als es längst wehrlos am Boden liegt.

Beim Opfer handelt es sich um den 15-jährigen Yuriy, französisch-ukrainischer Doppelbürger. Er wurde lebensbedrohlich verletzt in ein Pariser Spital gebracht. Dort retteten ihm Ärztinnen und Ärzte während einer sechsstündigen Operation das Leben. Seinen 15. Geburtstag feierte Yuriy am Donnerstag – im Spital und im künstlichen Koma.

Seinen 15. Geburtstag feierte Yuriy im Spital – auf der Intensivstation im Koma.

Seinen 15. Geburtstag feierte Yuriy im Spital – auf der Intensivstation im Koma.

Seine Mutter berichtet gegenüber einer französischen TV-Station: «Sie schlugen ihm den Schädel ein, brachen ihm Arm, Finger, Schulter und Rippen.» Zwar schwebt Yuriy mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr, trotzdem sagt seine Mutter: «Das Schwierige ist, dass wir nicht wissen, wie er sein wird, wenn er wieder erwacht. Wird er je wieder derselbe sein?» Denn das Hirn ihres Sohnes habe «an mehreren Stellen» heftige Schläge abbekommen.

«Eigenes Kind so leiden zu sehen, ist unerträglich»

Eine Augenzeugin äussert sich gegenüber «Le Parisien». Sie habe Yuriy kurz vor Eintreffen der Rettungskräfte leblos am Boden liegen sehen. «Sein Gesicht trug nicht mehr die Züge eines Menschen», erzählt sie. «Es war wirklich furchtbar. Ich möchte nicht mehr daran denken.»

Als seine Mutter am Unfallort eintraf, war Yuriy noch bei Bewusstsein. «Er sagte mir, dass er Angst habe zu sterben und hat auf Rache gepocht», so seine Mutter. «Ich habe versprochen, stark zu bleiben. Aber sein eigenes Kind so leiden zu sehen, ist unerträglich.»

Yuriy rutschte aus

Zwar hat die Staatsanwaltschaft der Stadt Paris ein Verfahren eröffnet: Sie ermittelt wegen «tentative d’homicide volontaire en réunion», was übersetzt «versuchte vorsätzliche Tötung als Gruppe» bedeutet . Im Moment fehlt von den Tätern noch jede Spur. Gemäss «Le Parisien» war Yuriy zusammen mit vier Schulkameraden auf dem Heimweg, als sie angegriffen wurden. Seinen Freunden gelang die Flucht, Yuriy aber rutschte aus. Unklar ist, warum die Jugendlichen Yuriy und seine Freunde überhaupt attackierten.

In Yuriys Schule jedenfalls kann man sich den Angriff nicht erklären. Man sei «traurig und schockiert», hiess es auf Anfrage. Yuriy sei ein guter, sportlicher Schüler gewesen. «Es wirkte nicht so, als wäre er irgendwie in Bedrängnis.»

Der französische Innenminister verurteilte den Angriff auf Twitter. Er sprach von einer «noch nie dagewesenen Grausamkeit» und versprach eine lückenlose Aufklärung des Falls.

Auch der französische Fussballstar Antoine Griezman zeigte sich bestürzt über den Angriff. «Unerträglich» seien die Bilder und er wünsche Yuriy gute Besserung:

Auch der in Frankreich populäre Schaupieler Omar Sy, bekannt aus dem Film «Les Intouchables», sprach Yuriy Mut zu:

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

(20minutes, her)

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