Ukraine-Krieg – Brutaler Syrien-Veteran Dwornikow führt neu die russische Invasion

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Ukraine-KriegBrutaler Syrien-Veteran Dwornikow führt neu die russische Invasion

Wladimir Putin hat Alexander Dwornikow als Oberbefehlshaber im Ukraine-Krieg eingesetzt. Er leitete bereits die russischen Truppen in Syrien und ist Kommandeur des Militärbezirks Süd.

von
Dominik Fischer
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Alexander Dwornikow (rechts) leitet neu die russischen Invasionsbemühungen in der Ukraine an. 

Alexander Dwornikow (rechts) leitet neu die russischen Invasionsbemühungen in der Ukraine an. 

via REUTERS
Dwornikow (rechts) gilt seit seinem Einsatz in Syrien als «grausam». 

Dwornikow (rechts) gilt seit seinem Einsatz in Syrien als «grausam». 

imago images/Russian Look
 Nun soll er Putin Erfolge bei der Invasion der Ukraine bescheren. Hier: russische Truppen in Mariupol am 7. April.

 Nun soll er Putin Erfolge bei der Invasion der Ukraine bescheren. Hier: russische Truppen in Mariupol am 7. April.

REUTERS

Darum gehts

  • Alexander Dwornikow hat neu den Oberbefehl über die russische Invasion in der Ukraine.

  • Für seinen Einsatz als Generaloberst der russischen Truppen in Syrien erhielt er die Auszeichnung «Held der russischen Föderation». 

  • Vor seiner Ernennung gab es keinen russischen Oberbefehlshaber im Ukraine-Krieg.

  • Dwornikow steht nun unter dem Druck, zumindest militärische Teilerfolge liefern zu müssen. 

Wladimir Putin hat einen Oberbefehlshaber über die russische Invasion in der Ukraine ernannt. Neu leitet Alexander Dwornikow den Einsatz russischer Truppen. Dies gaben gemäss «CNN» sowohl ein US-Beamter als auch ein europäischer Beamter bekannt. Von russischer Seite wurde die Kommando-Übernahme nicht offiziell bestätigt.

Dwornikow war 1979 in die Rote Armee eingetreten und hat sich als brutaler Generaloberst der russischen Truppen in Syrien 2016 die Auszeichnung «Held der Russischen Föderation» verdient. Seit 2016 ist er zudem als Kommandeur der Streitkräfte des russischen Militärbezirks Süd tätig. 

«Grausame Erfolgsbilanz»

Der neue Oberbefehlshaber soll nun für Putin Ergebnisse liefern. So sagte der frühere britische Botschafter in Russland, Sir Roderic Lyne, am Samstag gegenüber «Sky News», Moskau habe einen neuen General mit einer «ziemlich grausamen Erfolgsbilanz in Syrien ernannt, um zu versuchen, wenigstens etwas Territorium in Donezk zu gewinnen, das Putin als Sieg präsentieren könnte.»

Wie «CNN» berichtet, war der 60-jährige Dwornikow zwischen September 2015 und Juni 2016 der erste Befehlshaber der russischen Militäroperationen in Syrien. Ziel des Einsatzes war es, die Regierung und das Militär des syrischen Präsidenten Assad zu unterstützen. Unter seinem Kommando in Syrien bombardierten russische Flugzeuge dicht besiedelte Stadtteile und verursachten grosse Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Es ist zu befürchten, dass Dwornikow in der Ukraine ähnlich vorgehen wird. So fällt wohl bereits der grausame Angriff auf den Bahnhof Kramatorsk unter seinen Befehl. Bei dem Raketenangriff auf das Gebäude, in dem sich Zivilisten versteckt gehalten hatten, waren mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen. Der Angriff schockierte zusätzlich, da die russische Rakete mit der Aufschrift «Für die Kinder» versehen war.  

«Zeichen, dass es extrem schlecht läuft»

Der europäische Beamte kommentierte gegenüber «CNN» zu Dwornikows Ernennung: «Das ist ein Zeichen dafür, dass die Russen erkannt haben, dass es extrem schlecht läuft und sie etwas anders machen müssen». Laut «CNN» spekulieren Militäranalysten, dass Russlands Generäle das Ziel verfolgen, Putin vor dem 9. Mai einige greifbare Fortschritte auf dem Schlachtfeld präsentieren zu können. An dem Tag organisiert Russland traditionell eine Parade auf dem Roten Platz in Moskau, um den Sieg über Nazideutschland zu feiern.

Gemäss dem Beamten handelt es sich bei dem Datum um eine «selbst auferlegte Frist», die die Russen zu weiteren Fehlern verleiten könnte. Sie könnte aber auch dazu führen, dass die russischen Streitkräfte weitere Gräueltaten begehen, wie es in den Kiewer Vororten Butscha, Borodjanka und  Dmytriwka geschehen ist. Dort war es zu massenhaften Tötungen an Zivilisten gekommen. Nach dem Abzug der russischen Truppen hatten ukrainische Einsatzkräfte in mehreren der Dörfer zivile Massengräber entdeckt. 

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Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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