Brutaler Überfall auf Streifenwagen
Aktualisiert

Brutaler Überfall auf Streifenwagen

Bei einer gross angelegten Razzia im Problemviertel einer Pariser Vorstadt hat die Polizei am Montagmorgen zwölf Personen festgenommen.

Sie werden verdächtigt, an einem brutalen Überfall auf zwei Polizisten in der vergangenen Woche beteiligt gewesen zu sein, wie die Behörden mitteilten.

Innenminister Nicolas Sarkozy hatte am Abend der Attacke versprochen, die Täter würden «einer nach dem anderen» gefunden und bestraft. Die oppositionellen Sozialisten bezeichneten die Razzia vom Montag als «Theater», um von der Realität zunehmender Gewalt abzulenken.

220 Beamte waren an der Aktion im Viertel Tarterêts der Stadt Corbeil-Essonnes beteiligt. Unter den Festgenommenen sind drei Minderjährige, die schon zuvor wegen Übergriffen gegen Ordnungskräfte aufgefallen und zum Teil vorbestraft waren, wie Staatsanwalt Jean-François Pascal mitteilte. Nach einigen der etwa 20 Personen, die am Dienstagabend in Tarterêts einen Polizeiwagen gestoppt und die beiden Polizisten verprügelt und schwer verletzt hatten, werde noch gesucht. Pascal schloss nicht aus, dass ein Verfahren wegen versuchten Totschlags eingeleitet werde.

Der Vorfall einen Monat vor dem Jahrestag der Vorstadtunruhen hatte zu einem Streit zwischen Innenminister Sarkozy und der Justiz geführt. Sarkozy warf den Richtern vor, mit Wiederholungstätern zu nachlässig umzugehen, und rief die Behörden zu einer härteren Gangart auf. Die Richter beschwerten sich, der Innenminister stelle die Unabhängigkeit der Justiz in Frage. (dapd)

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