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Brutalo-Rap aus den Favelas am Caliente

Auf Latin-Partys wird immer öfter harter Favela-Rap aufgelegt. Dagegen sind die Texte der US-Gangstas reine Poesie.

Baile-Funk heisst der Sound aus Brasilien. Baile bedeutet Party, Funk einfach Rap. Markus Hillebrand von Valdez Latin Music Zürich: «Bei uns noch Underground, aber stark im Kommen.»

Beats, Minimal-Samples, Gewehrschuss-Effekte – und Texte voller Slang, Sex, satanischer Gewalt. Baile-Rapper heizen ihr Publikum stundenlang auf: «Mata! Mata!» (Töte!). Gangs halten Abstand beim Tanzen, zur Schlägerei kommts doch. Verletzte gibts immer, Tote oft, Verbote bringens nicht. Baile ist das letzte Zucken einer Jugend ohne Zukunft. Erstmals wird nun einer dieser MCs eingeflogen, Favela-Rap in der Schweiz zelebriert. Das Caliente-Festival lässt eine Baile mit Ex-Dealer Mr. Catra steigen. Caliente-Boss Roger Furrer hat die Musik vor Jahren in Rio entdeckt.

Baile-Erfinder DJ Marlboro schmuggelte sie in die Favelas – «im Kofferraum». Nun bringt Furrer den Trend zu uns. Brutal-Brasil an der friedlichen Fiesta? Furrer beruhigt: «Brasilianer hier sind keine Slumbrüder.» Mehr Sicherheit als sonst biete er nicht auf.

Bernhard Sutter

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