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Ostschweizer KinderspitalBub stirbt im Spital und war mit Corona infiziert – Todesursache unklar

Ein positiv auf Corona getestetes 18 Monate altes Kind ist über die Weihnachtstage im Spital verstorben. Ob das Coronavirus auch als Todesursache gilt, ist weiterhin noch unklar.

von
Sven Forster
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In der 20-Minuten-Community sorgt der Fall eines 29-Jährigen für Empörung: Das BAG hatte ihn in der Statistik als Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgewiesen, obwohl die Zürcher Behörden Covid als Todesursache ausschlossen. BAG-Sprecherin Katrin Holenstein sagte, die Statistik enthalte alle Todesfälle von Personen mit einem laborbestätigten positiven Covid-19-Test. «Die Todesursache kennen wir aber nicht.»

In der 20-Minuten-Community sorgt der Fall eines 29-Jährigen für Empörung: Das BAG hatte ihn in der Statistik als Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus ausgewiesen, obwohl die Zürcher Behörden Covid als Todesursache ausschlossen. BAG-Sprecherin Katrin Holenstein sagte, die Statistik enthalte alle Todesfälle von Personen mit einem laborbestätigten positiven Covid-19-Test. «Die Todesursache kennen wir aber nicht.»

AFP via Getty Images
Aus Wissenschaft und Politik wird nun Kritik laut. «Die Daten werden viel zu langsam erhoben», sagt etwa der Tessiner Infektiologe Christian Garzoni. Er fordert ein schnelleres Meldeverfahren. 

Aus Wissenschaft und Politik wird nun Kritik laut. «Die Daten werden viel zu langsam erhoben», sagt etwa der Tessiner Infektiologe Christian Garzoni. Er fordert ein schnelleres Meldeverfahren.

AFP via Getty Images
Garzoni sagt aber auch: «Die Corona-Situation wird durch das jetzige System nicht künstlich aufgebauscht.» Denn aus seiner Erfahrung als Leiter einer Coronastation mit 150 Betten wisse er, dass die allermeisten Infizierten an den direkten oder indirekten Effekten der Krankheit sterben. Es sei aber wichtig, die Grenzen der Aussagekraft der jetzigen Todeszahlen zu kennen: «Im Moment können sie nur einen generellen Überblick bieten und Trends abbilden.»

Garzoni sagt aber auch: «Die Corona-Situation wird durch das jetzige System nicht künstlich aufgebauscht.» Denn aus seiner Erfahrung als Leiter einer Coronastation mit 150 Betten wisse er, dass die allermeisten Infizierten an den direkten oder indirekten Effekten der Krankheit sterben. Es sei aber wichtig, die Grenzen der Aussagekraft der jetzigen Todeszahlen zu kennen: «Im Moment können sie nur einen generellen Überblick bieten und Trends abbilden.»

USZ

Darum gehts

  • Ein 18 Monate alter Bub wird beim BAG als Corona-Toter aufgeführt.

  • Noch ist unklar, ob der Bub an Corona verstorben ist.

  • Eine Statistik der Todesfälle ohne die genaue Ursache sei für die epidemiologische Einschätzung trotzdem aussagekräftig, heisst es beim BAG.

Ein Bub zwischen 0 und 9 Jahren sowie ein junger Mann zwischen 20 und 29 Jahren tauchen in einer aktuellen BAG-Liste als laborbestätigte Corona-Todesfälle auf. Während beim 29-Jährigen Corona als Todesursache ausgeschlossen wird, ist die Todesursache des Kleinkindes weiterhin unklar.

Roger Lauener, Chefarzt Pädiatrie des Ostschweizer Kinderspitals, sagt gegenüber dem St. Galler Tagblatt: «Beim verstorbenen Kind wurde im Abstrich Sars-CoV-2 nachgewiesen. Zusätzlich wurde im Verlauf ein weiterer Krankheitserreger gefunden. Welcher Keim wie sehr zum tragischen Verlauf beigetragen hat, ist aktuell unklar.»

Wieso das Kleinkind trotz der unklaren Situation bereits auf der BAG-Liste erscheint, ist mittlerweile klar. Das BAG meldet die Anzahl Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus, ohne die genaue Ursache zu kennen. Anfang Woche sorgte der Fall des 29-Jährigen für Verwirrung.

Erstmals meldete das BAG einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren. Der Kanton Zürich bestätigte zwar, dass ein 29-Jähriger Mann positiv auf Corona getestet war – als Todesursache könne Covid aber ausgeschlossen werden. BAG-Sprecherin Katrin Holenstein sagte darauf, die Statistik enthalte alle Todesfälle von Personen mit einem laborbestätigten positiven Covid-19-Test. «Die Todesursache kennen wir aber nicht», so Holenstein weiter. Für dieses Vorgehen wurde das BAG stark kritisiert.

Beim betroffenen Kind war zuerst von einem 9-jährigen Bub die Rede, es stellte sich aber heraus, dass es sich dabei um einen 18 Monate alten Bub handelt.

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