Tödlicher Unfall in Kletterhalle – Betreuer wird freigesprochen
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Kletterhalle in OstermundigenBub (9) zu Tode gestürzt – Betreuer wird freigesprochen

Zehn Meter stürzte ein Kind 2018 in der Boulder-Anlage O’Bloc in die Tiefe und zog sich todbringende Verletzungen zu. Am Dienstag musste sich ein Mann wegen des Unglücks vor Gericht verantworten.

von
Christian Holzer
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Im O’Bloc in Ostermundigen kam es im Dezember 2018 zu einem Unglück.

Im O’Bloc in Ostermundigen kam es im Dezember 2018 zu einem Unglück.

Tamedia/Andreas Blatter
Dabei verlor ein Bub (neun) sein Leben.

Dabei verlor ein Bub (neun) sein Leben.

Andreas Blatter
Offenbar hatte sich beim Kind ein Sicherungsknoten gelöst.

Offenbar hatte sich beim Kind ein Sicherungsknoten gelöst.

Tamedia/Andreas Blatter

Darum gehts

  • Im Dezember 2018 stürzte ein Neunjähriger in der Boulderhalle O’Bloc.

  • Am Dienstag musste sich deswegen ein Mann vor Gericht verantworten.

  • Das Richtergremiun befand ihn für unschuldig.

Ein Familientherapeut musste sich am Dienstag wegen des tödlichen Unfalls von 2018 vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland verantworten. Er hatte das neunjährige Kind, das bei ihm wegen einer ADHS-Erkrankung in Behandlung war, an der Kletterwand im O’Bloc in Ostermundigen gesichert. Wie die «Berner Zeitung» berichtet, war ein Seil blockiert, der Bub konnte sich weder nach vorne noch zurück bewegen. Am Klettergurt löste sich schliesslich ein Sicherungsknoten. In der Folge stürzte der Junge rund zehn Meter in die Tiefe.

Vor Gericht äusserte der Angeklagte mehrfach sein Bedauern: «Es war das Tragischste, was ich in meinem Leben erlebt habe.» Die Richter befanden, dass der Mann unschuldig ist. Laut der Gerichtspräsidentin handelte es sich beim Unglück in erster Linie um eine «Verkettung vieler ungünstiger Umstände».

Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Dies weil er das Kind nicht korrekt abgeseilt hatte und keine Hilfe geholt hatte. Die Verteidigung forderte dagegen einen Freispruch auf ganzer Linie: Der Betreuer habe eine solche Situation nicht vorhersehen können und seine Sorgfaltspflichten erfüllt.

Restrisiko bleibt

Das Unglück in Ostermundigen hatte in der Schweiz und besonders in der Boulder-Szene für viel Trauer gesorgt. «Wir sind sehr geschockt. Der Vorfall macht uns tief betroffen», sagte Geschäftsleiter Sandro Niklaus im Dezember 2018 gegenüber 20 Minuten. Er und sein Team seien bestrebt den Sport «so sicher wie möglich» zu machen. Ein gewisses Restrisiko bleibe jedoch immer.

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