03.11.2014 09:49

SpreitenbachBub aus Auto gefallen – Verfahren eingestellt

Im Juli 2013 kam es in Spreitenbach AG zu einem tragischen Unfall: Ein 4-Jähriger fiel aus dem Auto und wurde überfahren. Nun wurden alle Verfahren eingestellt.

von
wed

Bei einem Kreisel auf der Industriestrasse im aargauischen Spreitenbach kam es am frühen Abend des 4. Juli 2013 zu einem tragischen Verkehrsunglück. Ein 4-jähriger Knabe fiel aus der Hecktüre des fahrenden Autos seines Vaters. Der 61-jährige Lenker des nachfolgenden Audis konnte nicht rechtzeitig bremsen und überrollte den Buben. Er wurde derart schwer verletzt, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb. Die Staatsanwaltschaft eröffnete anschliessend ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen die Eltern des verunglückten Jungen sowie gegen den Autofahrer, der das Kind überfahren hatte.

Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wurden nun beide Verfahren eingestellt. Die Untersuchung habe zwar ergeben, dass der Junge nicht vorschriftsgemäss mit einem Kindersitz gesichert war, doch die Eltern seien durch den tragischen Verlust selber derart tief getroffen, dass jegliche Bestrafung unangemessen sei. Ausserdem konnte nicht geklärt werden, weshalb sich die Hecktüre des Land Rover öffnete.

Nachfolgender Autofahrer konnte das Kind nicht sehen

Ebenfalls ungeklärt bleibt, ob der 4-Jährige durch den Sturz aus dem Auto starb oder durch das Überrollen des nachfolgenden Fahrzeugs. Die Staatsanwaltschaft kam in der Strafuntersuchung gegen den heute 62-jährigen Lenker auch zum Schluss, dass er die Sorgfaltspflicht nicht verletzt habe. Wegen der getönten Scheibe des Land Rover und einem Ersatzrad an der Hecktüre konnte er nicht erkennen, dass sich im hinteren Teil des Wageninnern ein Kind befand. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Baden auch gegen ihn das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingestellt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.