Beim Güllen: Bub tot: Bauern sollen Kurse besuchen

Aktualisiert

Beim GüllenBub tot: Bauern sollen Kurse besuchen

Nach dem Tod eines 7-Jährigen ist Flumserberg im Schockzustand. Bauern mit Kindern würden die Gefahren oft unterschätzen, sagt ein Experte.

von
sst

«Es ist tragisch, das Dorf ist erschüttert», sagt eine Frau, die am Abhang wohnt, wo das Unglück passierte. Am Mittwochnachmittag güllte der 38-jährige Familienvater die Alpenhofwiese in Flumserberg. Mit ihm im Traktor sass einer seiner Söhne. Dann kam es zum Drama: Der Traktor samt Güllenfass kippte im steilen Gelände, der 7-Jährige wurde aus dem Führerstand geworfen und erdrückt. Trotz sofortiger Hilfe starb der Bub.

Acht Tragödien: Trauriger Rekord im 2012

Seit 1985 registrierte die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) 185 tödliche Kinderunfälle auf Bauernhöfen. Acht Familientragödien gab es alleine letztes Jahr – der höchste Wert seit 1995. «Viele Bauern sind sich der Gefahr zu wenig bewusst», sagt BUL-Geschäftsführer Rudy Burgherr.

Auch würden Vorschriften nicht immer eingehalten: So dürften Kinder bis sieben Jahre nur mit einem Kindersitz im Traktor mitfahren. Ob dies in Flumserberg der Fall war, werden Untersuchungen zeigen.

«Kinder lieben Traktoren»

Laut Burgherr besuchen 300 Landwirte pro Jahr Kurse zur Kindersicherung – zu wenig, findet er. «Sehr betroffen» zeigt sich Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes: Er appelliert an die Landwirte, die Sicherheitsmassnahmen konsequent umzusetzen. Verbote fände er falsch: «Schliesslich lieben es Kinder, auf Traktoren zu fahren oder bei Tieren zu sein.»

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