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Buben vergewaltigen 5-Jährige

In Rhäzuns haben zwei Schüler im Alter von zehn und 14 Jahren ein kleines Mädchen vom Spielplatz gelockt und sich massiv an ihr vergangen. Der eine Junge war offenbar als Triebtäter berüchtigt.

Zwei Primarschüler im Alter von elf und 13 Jahren haben in der Bündner Gemeinde Rhäzüns ein fünfjähriges Mädchen vergewaltigt. Gegen die Knaben wurden vorsorgliche Massnahmen getroffen. Fachleute stellen eine deutliche Zunahme der sexuellen Übergriffe durch Kinder auf andere Kinder fest.

Das fünfjährige Mädchen wurde Mitte Juni von den beiden Primarschülern in Rhäzüns in die Nähe eines Parkplatzes gelockt und sexuell missbraucht, wie Albert Fausch, Jugendanwalt des Kantons Graubünden, am Dienstag zu Berichten des «Blicks» und der «Südostschweiz» bestätigte. Der jüngere der beiden Schüler hatte das Kind festgehalten, während der ältere sie vergewaltigte. Anschliessend soll der Jüngere die Fünfjährige ebenfalls sexuell misshandelt haben.

Gegen die beiden Primarschüler, die wie das fünfjährige Mädchen in Rhäzüns wohnen und sich gekannt haben, wurden inzwischen vorsorgliche Massnahmen getroffen. Sie gingen nicht mehr im Dorf zur Schule, sagte der Jugendanwalt. Er wurde von der Schulbehörde mit der Untersuchung des Falles betraut. Informationen des «Blicks», wonach der Elfjährige nach den Sommerferien in Chur eingeschult worden ist und der 13-Jährige in einem Therapieheim untergebracht wurde, wollte Fausch nicht bestätigen. Für das Mädchen und seine Familie wurde die Opferhilfestelle eingeschaltet.

Das Verfahren gegen die beiden Knaben ist noch im Gang. Wenn Kinder unter 15 Jahren gegen das Gesetz verstossen, steht laut Fausch keine Bestrafung, sondern die Erziehung und Besserung im Vordergrund. Als Massnahmen könnten eine Erziehungshilfe, die Unterbringung in einer geeigneten Familie oder in einem Erziehungsheim angeordnet werden. Wird dies nicht als notwendig erachtet, werden disziplinarische Strafen verhängt. Diese reichen von einem Verweis über Schularrest von höchstens sechs Halbtagen bis hin zu einer Arbeitsleistung von zwei oder drei Wochen.

Massive Zunahme von Übergriffen durch Kinder auf andere Kinder

Dass Kinder Kinder vergewaltigen, ist kein Einzelfall, wie Regula Schwager, Psychologin bei der Beratungsstelle für sexuell ausgebeutete Kinder und in der Jugend sexuell ausgebeutete Frauen (Castagna), im «Blick schreibt. In den letzten Jahren beobachte die Beratungsstelle eine massive Zunahme sexueller Übergriffe durch Kinder und Jugendliche auf andere Kinder und Jugendliche. Im Jahr 2004 hatte Castagna noch 48 Fälle von sexuellen Übergriffen von Kindern und Jugendliche bearbeitet, im Jahr 2005 waren es bereits 83 und im laufenden Jahr bis Ende Juli schon insgesamt 65 Fälle, wie Schwager auf Anfrage erklärte.

Alarmierend sei dabei, dass die Täter zum Teil sehr jung seien. Zuden seien in jüngster Zeit viele Fälle von sexueller Ausbeutung von Geschwistern hinzugekommen. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen laut Schwager dringend deutliche Sanktionen und therapeutische Interventionen. Ansonsten sei die Gefahr gross, dass sie weitere Übergriffe begingen.

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