Halbstündiger Kampf: Buben ziehen Riesen-Hecht an Land
Aktualisiert

Halbstündiger KampfBuben ziehen Riesen-Hecht an Land

Drei Jungfischer haben am Donnerstagabend in Goldach einen 18 Kilo schweren Fisch gefangen. An der Angel hatten sie ihn schnell - dann brauchten sie die Hilfe eines Erwachsenen.

von
D. Wild

Spektakulärer Fang im sankt-gallischen Goldach: Seit gerade mal fünf Minuten warteten die drei jungen Fischer Luca, Leander und Maurice am unteren Schlossweiher darauf, eine Schleie zu fangen. Zusammen mit ihrem Instruktor sollten sie ein neues Fangsystem testen. Plötzlich wurde an Leanders Fischerrute kräftig gezogen. Bald wussten alle: Hier hat ein Wahnsinnsfisch angebissen.

Der 13-jährige Luca ist immer noch aufgeregt, wenn er an den Donnerstagabend denkt: «Ich bin um den Teich herumgelaufen, um zu sehen, ob man auch von einer anderen Seite noch fischen kann. Plötzlich hörte ich die anderen beiden laut rufen.» Auch der Instruktor Hans Frommenwiler, der am oberen Schlossweiher stand, hörte die Schreie. «Ich dachte zuerst, da sei etwas passiert.» Sofort sei er runtergerannt.

Doppelter Fang

Bei Leander und Maurice angekommen, rief Frommenwiler: «Das ist ein riesiger Hecht!» Luca erzählt, dass Leander 10 Minuten versucht habe, den Hecht zu bändigen. Dann habe Frommenwiler übernommen und nochmals 20 Minuten gebraucht. «Am Schluss habe ich den Fisch mit dem Netz herausgezogen», so Luca. Die Freude über den Fang ist grenzenlos. «Als hätten sie die Weltmeisterschaft gewonnen», so Frommenwiler. Luca, der seit fünf Jahren fischt, kann es noch immer kaum glauben. «Ich dachte, ich träume. Das kann nicht wahr sein.» Frommenwiler versteht die Aufregung, auch er ist noch immer vom Fang überrascht. «Ich dachte schon, dass wir einen Hecht fangen, aber dieses Tier hat alle Erwartungen übertroffen.» Schon seit 55 Jahren fische er in der Gegend, aber «so einen grossen Fisch habe ich noch nie gesehen».

Beim Ausnehmen des Hechts wartete eine weitere Überraschung auf die Fischer: Eine noch gut erhaltene 45 Zentimeter lange Schleie, die der Hecht womöglich kurz davor verschluckt hatte, kam zum Vorschein. «Das ist Wahnsinn», so Frommenwiler. Lucas Familie kann es kaum glauben: «Die kamen nicht aus dem Staunen heraus», erzählt er. In der Schule habe er aber nichts erzählt, «die interessieren sich nicht so sehr für das Fischen.»

Dieser Fang wird gefeiert: Bald zerlegt Franz Fausek vom Restaurant Anker in St. Gallen den Hecht in Einzelteile und kocht daraus Fischknusperli. Luca kann es kaum erwarten. «Das wird ein Festessen!»

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