Aktualisiert 27.10.2016 17:46

Von Youtube inspiriertBuben zogen als Horror-Clowns durch Rapperswil

Als Horrorclowns verkleidet erschreckten in Rapperswil-Jona drei Buben Passanten. Jugendliche, die dies vor zwei Jahren taten, wurden nun zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

von
jeb
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In Elgg im Kanton Zürich treibt jetzt kurz vor Halloween ein böser Clown sein Unwesen. Er erschreckt kleine Kinder vor der Turnhalle oder auf dem Heimweg. Nun sucht die Polizei nach dem Kinderschreck.

In Elgg im Kanton Zürich treibt jetzt kurz vor Halloween ein böser Clown sein Unwesen. Er erschreckt kleine Kinder vor der Turnhalle oder auf dem Heimweg. Nun sucht die Polizei nach dem Kinderschreck.

AFP/Frederic J. Brown
Auch in Berlin gab es kürzlich einen ähnlichen Fall: Fabian H. erschreckte am Samstagabend mit einer Clownmaske eine Frau und deren Tochter (12).

Auch in Berlin gab es kürzlich einen ähnlichen Fall: Fabian H. erschreckte am Samstagabend mit einer Clownmaske eine Frau und deren Tochter (12).

Bz/jšrg Bergmann
Jetzt entschuldigt er sich dafür, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass jemand Angst vor ihm haben könnte.

Jetzt entschuldigt er sich dafür, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass jemand Angst vor ihm haben könnte.

Screenshot Twitter/BZ

Mit Kunstblut und einer Horrorclown-Maske machten am Mittwochabend drei Buben das Weidenquartier in Rapperswil-Jona unsicher. Zwischen 18 und 20 Uhr erschreckten die 6-, 11- und 14-jährigen Knaben mehrere Personen erschreckt. Die Polizei erhielt Anrufe von mehreren besorgten Bürgern.

Eine Patrouille stiess darauf auf eine Gruppe von drei Buben. Sie gaben an, die Horror-Clowns auf Youtube gesehen zu haben und sich nun einen Spass daraus zu machen, Passanten zu erschrecken. Das hätten sie bereits am vergangenen Samstag getan.

Polizei warnt vor Konsequenzen

Die Kantonspolizei übergab die Kinder ihren Eltern. Zuvor klärten sie die drei über die möglichen Konsequenzen ihres Handelns auf.

Die Kantonspolizei St. Gallen rät, Horrorclown-Aktionen zu unterlassen. Allein schon Erschrecken könne zu einer Anzeige führen. Verkleidete Täter können dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sich Personen vor Schreck oder bei der Flucht verletzen. Zudem sei nicht absehbar, wie eine verängstigte Person in einer solchen Situation reagiere.

Clowns mit Kettensäge bewaffnet

Der Fall erinnert an eine Horrorclownattacke vor zwei Jahren in Frauenfeld. Damals erschreckten drei Jugendliche, die als Clowns verkleidet waren, einen 18-Jährigen. Das Trio war mit Schlagstöcken, Messer, Pfefferspray und sogar einer Kettensäge bewaffnet, als sie gegen 23 Uhr den 18-Jährigen angriffen und mit einem Schlagstock verletzten. Der Mann alarmierte die Polizei. Diese rückte sofort aus und konnte die Täter festnehmen.

Am Donnerstag berichtete die «Thurgauer Zeitung», dass die drei Täter von der Jugendanwaltschaft Thurgau wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz und Ruhestörung zu je fünf Tagen gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurden.

Als Horror-Clowns verkleidete Unbekannte sorgen derzeit weltweit für Schrecken. Auch in der Schweiz gab es schon mehrere Fälle, etwa aus dem Kanton Zürich. Ein Täter verpasste einem Opfer gar einen Schlag in die Magengrube.

Ladenbesitzer und Eltern sensibilisiert

Rund um Halloween sind nicht aber nur Horrorclowns unterwegs. Auch Eierwerfer bereiten Sorgen. Die Kapo Thurgau sensibilisiert deshalb Ladenbesitzer und informiert diese, dass Zurückhaltung beim Verkauf von Grosspackungen von Eiern, Mehl oder Rasierschaum geboten ist. «Nicht jeder Jugendliche, der kurz vor Halloween Eier und Mehl kauft, möchte damit einen Kuchen backen», sagt Kapo-Sprecher Daniel Meili. In den letzten Jahren sei es an Halloween regelmässig zu Sachbeschädigungen gekommen. Deshalb würden in dieser Nacht mehr Patrouillen unterwegs sein als üblich.

Auch die Kapo St. Gallen wird die Patrouillentätigkeit erhöhen. Zudem werden Eltern von Oberstufenschülern mit einem Brief aufgefordert, mit ihren Kinder über die Grenzen zwischen Spass und Sachbeschädigung zu sprechen.

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