Aktualisiert 23.07.2018 18:06

Hohe Zahl absterbender Bäume«Buchen kommen mit der Trockenheit nicht klar»

Die grosse Trockenheit macht Laubbäumen in der Region Basel zu schaffen. Besonders Buchen sind gefährdet. Abbrechende Äste können nun zur Gefahr für Waldbesucher werden.

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sda/lb/lha
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Diese Buche im Rotengraben in Riehen ist unlängst komplett abgebrochen. Die anhaltende Trockenheit ist mit ein Grund für das plötzliche Absterben des Baumes.

Diese Buche im Rotengraben in Riehen ist unlängst komplett abgebrochen. Die anhaltende Trockenheit ist mit ein Grund für das plötzliche Absterben des Baumes.

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Es sei auffällig, dass viele Bäume so stark reagieren, so Kantonsförster Ueli Meier. Er bezeichnet die Trockenheitsschäden als «Vorboten des Klimawandels».

Es sei auffällig, dass viele Bäume so stark reagieren, so Kantonsförster Ueli Meier. Er bezeichnet die Trockenheitsschäden als «Vorboten des Klimawandels».

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Der beliebte Rastplatz "Am Rotengraben" wurde vorübergehend gar gesperrt, weil die Gefahr von abbrechenden Ästen und Baumkronen als zu hoch eingestuft wurde.

Der beliebte Rastplatz "Am Rotengraben" wurde vorübergehend gar gesperrt, weil die Gefahr von abbrechenden Ästen und Baumkronen als zu hoch eingestuft wurde.

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Die anhaltende Trockenheit lässt zahlreiche Bäume in den Wäldern der Region Basel absterben. Die Behörden rufen zu Vorsicht bei Waldspaziergängen auf. Aufgrund von Ast- und Kronenabbrüchen wurden in Riehen bereits mehrere Rastplätze und die Finnenbahn gesperrt. Die Begehung des Waldes geschehe auf eigene Gefahr, warnt die Gemeinde auf ihrer Webseite.

«Wir haben nicht die Absicht, den ganzen Wald abzusperren und es geht auch nicht um Panikmache, sondern im Gegenteil - um den Schutz und die Sensibilisierung der Bevölkerung vor solchen Gefahren», betont Andreas Wyss, Revierförster von Riehen.

Einheimische Bäume leiden

Am deutlichsten sind die Trockenheitsschäden an Buchen und Fichten zu erkennen, wie das Amt für Wald beider Basel mitteilt. Abgestorben sind einzelne Bäume an trockenen Standorten, aber auch ganze Baumgruppen. In geringerem Ausmass seien zudem weitere Baumarten wie Bergahorn, Eiche oder Weisstanne betroffen.

Dass Bäume bei Trockenheit in dieser Grössenordnung direkt absterben sei aussergewöhnlich. «Es ist auffällig, dass viele Bäume so stark reagieren. Wir gehen davon aus, dass sich dies mit weiteren Hitzetagen noch verstärkt», so Kantonsförster Ueli Meier.

Hohe Zahl absterbender Buchen

Eine solch hohe Zahl absterbender Buchen wie in diesem Sommer ist gemäss Meier in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht festgestellt worden. Bäume würden bei Trockenheit normalerweise mit einem vorzeitigen Blattfall den Wasserbedarf reduzieren. Im Folgejahr würden sie jedoch wieder austreiben.

Abgestorben seien vor allem ältere Bäume. Die genauen Gründe dafür sind noch unklar. Diese Schäden könnten auf die grosse, wenn auch nicht aussergewöhnliche Trockenheit in diesem Sommer zurückzuführen sein. «Dazu kommen Spätfolgen der Winterstürme. Die Wasserversorgung der Bäume ist ein Problem», sagt Meier.

Es seien «Vorboten des Klimawandels», mit denen die heimischen Bäume zu kämpfen haben. «Besonders die Buche wird Schwierigkeiten haben, da sie mit der grossen Trockenheit nicht klar kommt», sagt Meier. Mehr Sommerwärme und weniger Niederschläge würden vor allem der Buche und der Fichte zu schaffen machen.

Basel ist ein Sonderfall

In den übrigen Regionen der Schweiz wurden derart gravierende Trockenheitsschäden bei Buchen wie in der Region Basel noch kaum beobachtet. Der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL sind zwar Fälle in der Gegend Walensee bekannt, in der Buchen an Waldrändern jetzt schon braune Blätter aufweisen. «Dies ist aber noch kein aktueller Trend», sagt WSL-Sprecher Reinhard Lässig.

«Basel ist im Vergleich zu anderen Regionen in der Schweiz überdurchschnittlich warm, so dass der Waldboden bei anhaltender Trockenheit schnell einmal zu wenig Wasser enthält, das für das Baumwachstum nötig ist». Zudem ist der Waldboden im betroffenen Gebiet von Riehen sandig und trocknet darum schneller aus.

Wie sich die Situation bei anhaltender Trockenheit entwickelt, kann Lässig noch nicht sagen. Das WSL wertet aber laufend Daten von 19 Intensivflächen und rund 140 Messstellen in der gesamten Schweiz aus, auf denen sie den Wassergehalt im Boden genau erfasse.

Ersatzpflanzungen werden nötig

In den Buchenbeständen sind im Herbst gemäss Amt für Wald Massnahmen notwendig. Teilweise müssten Ersatzbäume gepflanzt werden. Zurückgegriffen werde dabei auch auf Baumsorten, die wärmeliebender und trockenheitstoleranter sind. Dazu zählen etwa Elsbeere, Speierling, Nussbaum oder der schneeballblättrige Ahorn.

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