Aktualisiert 23.04.2014 18:25

Am BancomatenBuchhalter vergisst Geld und erfindet Überfall

Ein Buchhalter aus Uster hat an einem Bancomaten 4100 Franken bezogen und das Geld dort vergessen. Der Polizei gab er an, überfallen worden zu sein. Nun muss er zum Psychiater.

von
Attila Szenogrady
Weil er 4100 Franken in einem Bancomaten vergessen hatte, erfand ein Buchhalter aus Uster einen Überfall. (Symbolbild)

Weil er 4100 Franken in einem Bancomaten vergessen hatte, erfand ein Buchhalter aus Uster einen Überfall. (Symbolbild)

Ein Buchhalter aus Uster bezog Ende Januar im Zürcher Einkaufszentrum Letzipark an einem UBS-Bancomaten 4100 Franken. Kurz darauf suchte der 49-Jährige die Quartierwache Zürich-Altstetten auf und erstattete bei der Stadtpolizei Zürich Strafanzeige gegen zwei unbekannte Männer. Diese hätten ihn soeben im Einkaufszentrum Letzipark in der oberen Verkaufsebene überfallen und ihm das Geld aus der Hosentasche entwendet. Nur: Die ganze Räubergeschichte war frei erfunden.

Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl ergaben nämlich, dass der Bancomat bereits nach einer Minute die vier Tausender- und eine Hunderter-Note automatisch eingezogen und dem Konto des Beschuldigten kurz darauf wieder gutgeschrieben hatte. Der Buchhalter hatte das Geld schlicht im Auswurffach vergessen.

Vor dem Prozess zum Psychiater

Am Mittwoch hätte sich der Beschuldigte wegen Irreführung der Rechtspflege vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten sollen. Der Strafantrag lautete auf eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 100 Franken sowie einer Busse von 2000 Franken. Allerdings wurde die Verhandlung kurz vor dem Prozessauftakt bereits unterbrochen.

Der Grund: Die zuständige Einzelrichterin ordnete aufgrund des nicht alltäglichen Verhaltens des Beschuldigten ein psychiatrisches Gutachten über ihn an. Erst danach sei der Fall spruchreif, befand das Gericht. Was bedeutet, dass der Schweizer zuerst zum Psychiater muss und die Fortsetzung des Prozesses wohl erst in einigen Monaten stattfindet. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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