Aktualisiert 27.10.2009 10:01

ICANNBuchstabensalat in Internetadressen

Griechisch, Kyrillisch, Japanisch oder Arabisch: Ab dem kommenden Jahr soll es erstmals auch Internetadressen ohne lateinische Buchstaben geben.

Die Internet-Verwaltungsorganisation ICANN entscheidet in dieser Woche in Seoul über die Einführung von Internet-Adressen in nichtlateinischer Schrift. «Das ist die grösste technische Änderung für das Internet seit seiner Erfindung vor 40 Jahren», sagt der Vorsitzende des ICANN-Verwaltungsrats, Peter Dengate Thrush. Die Einführung von chinesischen, arabischen oder griechischen Domain-Namen sei «eine fantastisch komplizierte technische Angelegenheit». Er erwartet, dass der ICANN-Rat der Einführung am Freitag zustimmen wird.

Transkriptionssysteme sollen Chaos verhindern

Bislang sind Internet-Adressen nur in lateinischen Schriftzeichen möglich - obwohl von den 1,6 Milliarden Internet-Nutzern weltweit mehr als die Hälfte in einem Kulturraum zuhause ist, der eine andere Schrift hat. Ermöglicht wird die Unterstützung von anderen Schriftsätzen durch die Entwicklung eines Transkriptionssystems, das alle Schriftzeichen auf einheitliche Weise in die richtige IP-Adresse übersetzt - und die kennt keine Schriftzeichen, sondern allein eine Abfolge von vier bis zu dreistelligen Ziffern, die mit einem Punkt voneinander getrennt sind.

«Wir sind zuversichtlich, dass es funktioniert, weil wir das nun schon eine Reihe von Jahren testen», sagt Dengate Thrush. «Wir sind bereit, das jetzt einzuführen.» Nach der erwarteten Entscheidung könnte das Verfahren zur Genehmigung nichtlateinischer Domainnamen sofort eingeleitet werden, sagt der neue ICANN-Präsident Rod Beckstrom. Die ersten Adressen könnten dann irgendwann Mitte 2010 aufgerufen werden. (dapd)

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