Buchstabenseuche rafft 18 Kühe hin
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Buchstabenseuche rafft 18 Kühe hin

18 aus Frankreich in die Schweiz importierte Rinder sind wegen der so genannten Buchstabenseuche getötet worden. Die Tiere standen abgesondert in vier Betrieben in den Kantonen Bern, Solothurn und Thurgau.

Damit sind in der Schweiz im laufenden Jahr bereits sechs Fälle dieser auszurottenden Seuche nachgewiesen worden.

Von 63 im Mai dieses Jahres importierten Rindern wurde bei 18 Tieren die Infektiöse bovine Rhinotracheitis (IBR) - die so genannte Buchstabenseuche - festgestellt, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) am Dienstag bekannt gab. Die von der grippeähnlichen Viruserkrankung befallenen Tiere standen abgesondert in vier Betrieben. Sie wurden getötet und die betroffenen Stallungen desinfiziert. Bei drei weitere Betrieben, die ebenfalls Rinder aus demselben Import erhalten haben, wurde mit Laboruntersuchungen bisher keine IBR nachgewiesen. Die Rinder bleiben jedoch abgesondert und für den Handel gesperrt, bis definitiv klar ist, ob sie IBR haben oder nicht, was frühestens nach 21 Tagen der Fall ist.

IBR ist eine Erkrankung der oberen Atemwege mit Fieber Nasenausfluss und Husten. Appetit und Milchleistung von erkrankten Kühen nimmt ab. IBR-Erreger können sich über die Luft, durch direkten Kontakt zwischen Kühen oder indirekt über Gegenstände weiterverbreiten.

Die Schweiz ist wie Dänemark, Schweden, Finnland und Österreich amtlich anerkannt frei von IBR. Die Schweiz wurde dies laut BVET-Sprecher Franz Geiser dank einer grossen Bekämpfungsaktion mit grossem finanziellen Aufwand und Arbeitseinsatz in den 1980-er Jahren erreicht. Zuvor hatte die Krankheit viel Leid bei Tieren und grosse wirtschaftliche Verluste verursacht. Deshalb muss der Status IBR-frei unbedingt gehalten werden.

IBR gehört in der Schweiz zur Bekämpfungsgruppe der auszurottenden Seuchen. Mit den jüngsten Fällen von IBR in vier betroffenen Betrieben ist die Zahl der Fälle - die nach Betrieben gezählt werden - laut BVET-Sprecher Geiser im laufenden Jahr auf sechs gestiegen. Im Jahr 2004 wurde ein Fall im Kanton Jura registriert, im Jahr 2003 gab es keinen Fall, während es im Jahr 2002 deren 13 waren.

Die Schweiz hatte Mitte 2004 die Einfuhrbedingungen für Rinder aus der EU und Norwegen geändert und gesonderte Sicherheitsgarantien unter anderem bei Importen aus Ländern wie Frankreich erwirkt, wo IBR nach wie vor vorkommt. Die Entdeckung der IBR-Fälle zeigt laut BVET, dass das neue Einfuhrregime greift und die Schweiz vor der Einschleppung der Krankheit schütze, schreibt das BVET. Wichtig bleibe jedoch, dass Amtstierärzte und Tierhalter wachsam seien und auf IBR-Symptome achteten. (dapd)

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