Bud Spencer wird 75
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Bud Spencer wird 75

Der schwere Leinwand-Buddy von Terence Hill, Bud Spencer, feiert am kommenden Freitag seinen 75sten Geburtstag.

Wer zwei Jahrzehnte später auf der Leinwand in Streit mit dem über 1,90 Meter grossen und 130 Kilo schweren Bud Spencer geriet, musste das nicht weniger. Denn wo Spencer, der am 31. Oktober vor 75 Jahren in Neapel als Carlo Pedersoli geboren wurde, hinlangte, da sanken die Kontrahenten im Dutzend hin. Mit seinem Partner Terence Hill war Spencer lange Zeit ein international populäres Kino-Duo.

Spencer und Hill setzten in den späten 60er und den gesamten 70er Jahren ihre ganz speziellen Akzente im damals so populären Genre des Italo-Western. Filmtitel wie «Gott vergibt, wir beide nie» oder «Vier Fäuste für ein Halleluja» liessen zwar keine cineastischen Sternstunden erwarten. Doch Spass und und jede Menge Spektakel garantierten sie dem Massenpublikum schon. Und eben auch die Bekanntschaft mit jenem neapolitanischen Riesen, der unter seinem Pseudonym Bud Spencer berühmt wurde.

Dabei musste dessen bürgerlicher Name wahrlich nicht versteckt werden: Unter ihm nahm der Schwimmer und Wasserballer für sein Heimatland an den Olympischen Spielen von 1952 und 1956 teil. 1950 schwamm Pedersoli sogar als erster Italiener die 100 Meter Freistil unter einer Minute. Nebenbei studierte der Fabrikantensohn Jura und machte 1957 seinen Doktor. Damals hatte er sein Filmdebüt allerdings längst hinter sich, nämlich 1951 in einer kleinen Nebenrolle des Historiendramas «Quo vadis». Doch das war vorerst nur eine Episode im bewegten Leben eines Multitalents, das mal in Südafrika beim Strassenbau arbeitete, mal Schallplattenhits für Erfolgssängerin Rita Pavone komponierte.

Kultfiguren in schlicht gestrickten Filmen

Dass Spencer 1967 zurück zum Kino fand, hat auch mit seiner 1960 geschlossenen Ehe mit der Tochter eines Filmproduzenten zu tun. Mit dieser Maria Amato ist der überzeugte Familienmensch und Vater von drei Kindern noch immer verheiratet. 1967 machte er erstmals Furore in dem Italo-Western «Gott vergibt, wir beide nie». Bereits 1970 errang Spencer an der Seite des zehn Jahre jüngeren Hill auch international Erfolg mit dem Streifen «Die rechte und die linke Hand des Teufels». Das Publikum hatte Vergnügen am Zusammenspiel des ungleichen Männerduos und vor allem daran, wie der gemütliche Hüne ganze Serien von Bösewichtern in den Präriestaub schmetterte.

Die beiden Italiener mit den englischen Pseudonymen wurden Kultfiguren, die schlicht gestrickten Handlungen des Films waren nur Beiwerk. Anfang der 80er Jahre allerdings hatten Spencer und Hill ihr Pulver verschossen. Das 1995 in der deutschen Produktion «Die Troublemaker» versuchte Comeback der beiden geriet zum Flop. Doch einen Kraftkerl wie Spencer konnte das nicht aus der Bahn werfen. Er komponiert nicht nur weiter, schreibt Drehbücher, unterhält ein eigenes Lufttaxi-Unternehmen, sondern erfindet nebenbei auch noch elektrische Spielzeugmäuse. Wahrscheinlich ist nie ein intelligenterer Raufbold über die Leinwand gestiefelt als dieser Bud Spencer, den nach wie vor Millionen Kinobesucher lieben. (dapd)

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