Burma: Buddhisten und Muslime töten erneut
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BurmaBuddhisten und Muslime töten erneut

In Burma nehmen die Gewaltakte zwischen Buddhisten und Muslimen nicht ab. Im Gegenteil: Bei neuen Auschreitungen sind mehrere Personen verletzt worden, eine wurde getötet.

von
aeg

Bei erneuten Gewaltakten gegen die muslimische Minderheit in Burma hat es am Mittwoch nach Behördenangaben einen Toten und vier Verletzte gegeben. In der östlich gelegenen Stadt Laschio gab die Polizei Warnschüsse in die Luft ab, um die Randalierer auseinanderzutreiben. Zuvor waren dort eine Moschee, ein muslimisches Waisenhaus und einige von dem Waisenhaus betriebene Geschäfte in Flammen aufgegangen.

Die Regierung des südostasiatischen Landes verurteilte die Krawalle. Diese hätten «keinen Platz in unserer demokratischen Gesellschaft». Der Präsidentensprecher Ye Htut sagte der Nachrichtenagentur AFP, in Laschio sei ein Mann «mit einem Messer zu Tode gehackt» worden. Sicherheitskräfte seien im Einsatz, um den Unruhen Einhalt zu gebieten.

Vier verletzte Männer wurden ins örtliche Spital eingeliefert. Sie gehörten den Ärzten zufolge zur buddhistischen Mehrheitsbevölkerung. Einer der Verletzten berichtete, eine Gruppe von etwa 30 Muslimen habe ihn angegriffen und ihm einen Arm abgehackt.

Jagd auf Muslime

Anwohner berichteten, mit Stöcken bewaffnete Menschen seien in Laschio auf der Jagd nach Muslimen unterwegs. Auslöser für die religiös motivierten Ausschreitungen war nach Polizeiangaben der Überfall eines muslimischen Mannes auf eine junge Buddhistin: Staatlichen Medienberichten zufolge erlitt die 24-Jährige dabei nicht lebensbedrohliche Verbrennungen an Brust, Rücken und Händen.

Nach dem Vorfall hätten dutzende buddhistische Mönche vor einer Polizeiwache protestiert, der 48 Jahre alte Täter sei festgenommen worden.

Nachdem eine Ausgangssperre in Laschio verhängt worden war, erklärte die Regierung am Mittwoch, die Situation sei inzwischen «unter Kontrolle». Die Lage auf den Strassen war aber weiterhin angespannt, wie ein muslimischer Anwohner telefonisch berichtete.

«Wir sind sehr besorgt über das, was in den nächsten Tagen passieren könnte», sagte er. «Fast alle Muslime suchen nach einem sicheren Ort, wo sie bleiben können. Wir wissen nicht, wie wir die Nacht durchstehen sollen.»

Religiös motivierte Gewalt

Menschenrechtsgruppen beklagen immer wieder religiös motivierte Gewalt gegen Muslime im buddhistisch geprägten Burma und werfen den Sicherheitskräften vor, die Angriffe nicht zu verhindern oder sogar zu unterstützen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden seit Juni 2012 mindestens 211 Menschen bei Unruhen getötet, die meisten davon Rohingya-Muslime.

Zehntausende Angehörige der Volksgruppe seien durch «ethnischen Säuberungen» vertrieben worden. Burmas Bevölkerung ist zu 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime.

Der burmesische Präsident Thein hatte vergangene Woche zu einem Ende der Gewalt zwischen den Volks- und Religionsgruppen seines Landes aufgerufen. (aeg/sda)

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