Budget-Kreditkarten alarmieren Schuldenberater
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Budget-Kreditkarten alarmieren Schuldenberater

Die Gratis-Kreditkarten von Anbietern wie Migros, Coop und Jelmoli, rufen Schuldenberatern die Sorgenfalten auf die Stirn. Dies, weil die Kreditwürdigkeits-Prüfungen der Anbieter einer Farce gleichkommen.

Der Luzerner Schuldenberater Charly Gmür empfängt in seiner Fachstelle für Schuldenfragen der Frauenzentrale Luzern bereits die ersten Überschuldeten mit einer Coop-Kreditkarte, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Ein mittelloses Paar habe «beide Karten bis ans Limit ausgereizt, dabei hatte es über Autoleasing und Kleinkredit schon Schulden, von denen es nicht weiss, womit sie begleichen», wie Gmür sagt.

Die Kreditprüfungen der Kartenanbieter verdienten diesen Namen oft nicht, wie Gmür sagt. Diese würden sich auf die Angaben der Antragssteller verlassen und auch einmal Kredit-Limiten in der doppelten Höhe des Monatslohnes ohne Nachfrage gewähren.

«Banken und Kreditkartenfirmen haben wenig Interesse an einer scharfen Bonitätsprüfung, sie verdienen an den hohen Kreditzinsen», so Gmür.

Auch Coop verfolgt die Strategie, so hohe Limiten wie möglich auszugeben und empfiehlt auf seiner Website, diejenige Person als Hauptkarten-Inhaber zu wählen, welche über das grösste Einkommen verfügt. Schliesslich kann dies auch am meisten ausgeben und wirft letztendlich am meisten Zinsen ab.

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