Aktualisiert 07.12.2010 06:30

Nationalrat

Bücher sollen wieder feste Preise haben

Der Nationalrat will die Buchpreise wieder regulieren und zwar auch im Onlinehandel. Für die Konsumenten könnte das teuer werden.

von
Elisabeth Rizzi
Mit der Regulierung werden die Buchpreise steigen. (Foto: Nicolas Y. Aebi)

Mit der Regulierung werden die Buchpreise steigen. (Foto: Nicolas Y. Aebi)

Seit 2007 gibt es in der Schweiz keine festen Buchpreise mehr. Discounter wie Ex Libris konnten deshalb die Listenpreise um bis zu 30 Prozent senken. Die Branche gewann seit der Liberalisierung trotz Wirtschaftskrise leicht an Umsatz. Dennoch setzte sich der Schweizerische Buchhändler und Verleger-Verband SBVV mit dem Argument der Kulturförderung für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung ein. Derzeit wird die Vorlage im Parlament behandelt. Gestern beschloss der Nationalrat, dass sämtliche Buchpreise wieder reguliert werden sollen; auch im Online-Handel. Damit müssten Konsumenten auch bei Bestellungen bei Amazon und anderen ausländischen Anbietern Schweizer Preise bezahlen. «Damit wären die Spiesse für alle wieder gleich lang», freut sich SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf. Er hofft, dass der Ständerat am 14. Dezember den Beschluss bestätigt.

Ganz anders der Migros-Buchhandel Ex Libris: «Für uns ist jede gesetzliche Preisbevormundung inakzeptabel», so CEO Daniel Röthlin. Ex Lib­ris will sich dem Preisdiktat nicht beugen. Vorderhand arbeitet die Migros-Tochter darauf hin, dass wenigstens der ausländische Onlinehandel ausgenommen wird. Ex Libris überlegt für diesen Fall, aus dem Ausland zu verkaufen.

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