Aktualisiert 04.05.2010 14:12

Codex Group

Büchersterben trotz eBooks kein Thema

Die Nachfrage nach gedruckten Büchern ist nach wie vor enorm. Sogar Besitzer von eBook-Readern bevorzugen die Printversion.

von
mbu
Nicht alle eBook-Reader unterstützen die gleichen Formate.

Nicht alle eBook-Reader unterstützen die gleichen Formate.

Besitzer von eBook-Readern würden nach wie vor gedruckte den digitalen Büchern vorziehen, schreibt das «Wall Street Journal» und beruft sich dabei auf eine Studie der Codex Group. Demnach kaufen Kindle-Besitzer lediglich 37 Prozent ihrer Bücher in digitaler Form. Bei den iPad-Usern sollen es immerhin 46 Prozent sein. Der Unterschied mag daher rühren, dass das iPad erst seit Anfang April im Handel und die Neugier der User noch entsprechend gross ist. Für die Studie sollen mehr als 6 700 Personen, die einen eBook-Reader besitzen, befragt worden sein.

Die in Medienberichten immer wieder gerne mal verbreitete These, dass durch eBooks der Tod des Buchdrucks eingeläutet wurde, kann aber auch die Studie nicht vollends entkräften. Denn sobald die Preise für eBook-Reader und eBooks tiefer angesetzt werden, dürfte auch deren Verbreitung rasant zunehmen. Bei Ex Libris wird davon ausgegangen, dass es diesbezüglich in den kommenden 18 Monaten zu deutlichen Preissenkungen kommen wird. Und bei der Orell-Füssli-Buchhandlungen erwartet man, dass es die eBooks in den nächsten fünf Jahren auf einen Umsatzanteil von fünf bis zehn Prozent bringen werden (20 Minuten Online berichtete).

Für Download-Piraten spielen Preise jedoch keine Rolle, sie ziehen die eBooks gratis auf einschlägigen Internetforen runter. Wie einfach sich dies bewerkstelligen lässt, testete 20 Minuten Online im vergangenen Herbst. Allein für Dan Browns aktuellen Bestseller «Das verlorene Symbol», der mit einer deutschsprachigen Startauflage von 1,2 Millionen gedruckt wurde, fanden wir in drei Foren etwa 50 Links, von denen 40 noch aktiv waren.

Insgesamt testeten wir die Ergiebigkeit der Piratenquellen mit zehn Titeln der aktuellen New York Times-Bestsellerliste und hatten in allen Fällen Erfolg. Binnen Sekunden gelangten die in der Regel nicht einmal zwei Megabyte grossen Bücher auf den Rechner. Der Kindle wird - wie ein USB-Stick - als externes Laufwerk erkannt und lässt sich einfach per Drag and Drop befüllen. Aber auch eBooks in anderen Formaten, die ebenfalls auf einer Vielzahl einschlägiger Seiten als Raubkopien zu finden sind, bereiten dem Kindle und seine Konkurrenten keine Probleme, wenn man nachhilft. Denn wie in der obigen Bilderstrecke zu sehen ist, lassen sich mit dem Gratis-Tool «Calibre» leicht und schnell Dateien umwandeln. In zehn Versuchen misslang dies nicht ein einziges Mal.

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