Aktualisiert 20.02.2011 23:42

BaselBüezer-Berufe bei Lehrlingen nicht gefragt

Lehrstellen gäbe es genug in Basel. Aber viele Schüler scheuen sich vor einem Büezer-Beruf. Nun soll eine Image-Kampagne dem entgegenwirken.

von
Jonas Hoskyn
Schweisstreibende Berufe und solche, bei denen es schmutzig zu- und hergeht, sind bei Jungen unbeliebt. (ddp)

Schweisstreibende Berufe und solche, bei denen es schmutzig zu- und hergeht, sind bei Jungen unbeliebt. (ddp)

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Rund 2000 neue Lehrverträge erwartet das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung Basel-Stadt dieses Jahr. «Wir hatten seit 20 Jahren nicht mehr so viele Lehrstellen wie jetzt», so Leiter Christoph Marbach. Von Krise und Rezession keine Spur: Fast 500 Lehrverträge sind schon unter Dach und Fach – vor allem im kaufmännischen und im Pharma-Bereich. «Bei den Gewerblern startet nun die intensive Phase», so Reto Baumgartner, Leiter Berufsbildung beim Basler Gewerbeverband. Und da hätten manche Branchen ein Imageproblem. «Jobs, bei denen man sich bei der Arbeit die Hände dreckig macht, sind nicht sonderlich beliebt.» Das sei schade, denn dort ­könne man schnell Karriere machen. Baumgartner: «Metzger, Plattenleger oder Elektriker mit Meisterprüfung – solche Leute sind auf dem Markt gesucht.»

Auch der Stellenwert der Berufsmatur ist laut Marbach noch zu wenig bekannt: «Viele hängen lieber noch ein 10. Jahr an, obwohl sie eigentlich schulmüde sind.» Deshalb ist nun eine breit abgestützte Kampagne geplant. So soll die Berufswahlinfo in der Schule früher als bisher erfolgen. Auch bei den Lehrern wird ­angesetzt: «Es besteht ein Informationsmanko über die Gleichwertigkeit der Bildungswege», so Marbach. Mit Plakaten und Broschüren soll nun das Image der Lehre verbessert werden.

www.lenabb.ch

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