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Warten aufs neue iPhoneBühne frei für Tim Cook

Kein anderer CEO erhält mehr Aufmerksamkeit als der Apple-Chef. Morgen versucht der bislang unauffällige Tim Cook, in die Fussstapfen von Übervater Steve Jobs zu treten. Kann das gelingen?

Ein aktuelles Bild des neuen Apple-Chefs. Am Dienstag hat Tim Cook einen vielbeachteten Auftritt.

Ein aktuelles Bild des neuen Apple-Chefs. Am Dienstag hat Tim Cook einen vielbeachteten Auftritt.

Bei der erwarteten Präsentation des iPhone 5 dürfte am Dienstag erstmals der neue Apple-Chef Tim Cook im Rampenlicht stehen (20 Minuten Online berichtet live ab 19 Uhr). Mit Spannung wird nicht nur das neue Smartphone erwartet. Sondern auch, wie Cook seine Präsentation gestaltet und ob er sich vom Apple-Übervater emanzipieren kann, dem im August zurückgetretenen Steve Jobs. Cook muss nicht nur beweisen, dass er wie sein Vorgänger ein Visionär in der Produktentwicklung ist. Die Apple-Fangemeinde wartet gespannt, wie der Neue auf der Bühne wirkt und ob er Begeisterung versprühen kann.

Die Expansion von Apple in den vergangenen Jahren wird massgeblich Cook und seinen Fähigkeiten als Manager zugeschrieben, doch die Ideen, die diese Expansion ermöglichten, kamen von Jobs. Genauso wie die Auftritte, die der Welt diese Visionen näherbrachten. Der 50-jährige Cook verbesserte hingegen den Betrieb und führte Apple in neue Märkte, wie etwa China, wo sich die Verkäufe zuletzt innerhalb eines Jahres versechsfachten.

Liebe zum Detail

In seinen 13 Jahren beim Konzern hat Cook ausserdem immer mehr Verantwortung in allen Bereichen des Unternehmens übernommen. Doch es fehlt ihm an Steve Jobs Charisma, dem es stets so erfolgreich gelang, die 50 000 Angestellten des Konzerns hinter sich zu versammeln.

Cook führte Apple bereits während der drei krankheitsbedingten Auszeiten von Jobs. Die beiden eint nach Ansicht früherer enger Mitarbeiter vor allem ihre Liebe zum Detail. «Trotz ihrer Unterschiede im Stil ist die Intensität, mit der sie arbeiten, fast gleich», sagt Mike Janes, ehemaliger Chef bei Apples Online-Laden iTunes. «Sie sind beide Perfektionisten.»

«Beste Entscheidung meines Lebens»

2009 erklärte Cook in einer Rede an der Auburn University, zu Apple zu wechseln sei die beste Entscheidung seines Lebens gewesen. «Es hat mir ermöglicht, zwölf Jahre lang wirklich bedeutsame Arbeit zu leisten», sagte er. Bis 1998 war er in der Führungsmannschaft des Computerhersteller Compaq gewesen, zuvor unter anderem auch bei IBM.

Ex-Arbeitskollege Janes beschreibt Cook als Arbeitstier, das bis in die späten Abendstunden im Apple-Hauptquartier anzutreffen ist oder zu Terminen mit Zulieferern und Herstellern rund um die Welt fliegt. Beim Durchackern der Verkaufszahlen habe er sich selbst mit Energieriegeln und Koffein angetrieben.

59 Millionen verdient

Die viele Arbeit schlägt sich auch finanziell nieder. 2010 verdiente Cook über 59 Millionen Dollar, vor allem durch Boni und Aktienoptionen, die er für seine Arbeit als Interimschef während der Krankheit von Jobs erhielt. Zum offiziellen Amtsantritt als Apple-Chef erhielt er 1 Million Aktien.

Über sein Privatleben hält sich der Junggeselle sehr bedeckt. Bekannt ist unter anderem, dass der neue Konzernchef passionierter Radfahrer ist, gerne wandert und die Football-Spiele seiner Alma Mater, der Auburn University, verfolgt. Jeden Sonntag telefoniere er mit seinen Eltern, sagte er in einem Interview vor zwei Jahren.

Um Apples Serie an Innovationen fortzuführen, kann sich Cook auf ein eingespieltes Team verlassen. Vor allem auf Chefdesigner Jonathan Ive, der für das elegante Aussehen der Apple-Geräte zuständig ist und die Visionen von Jobs in reale Produkte umsetzte.

(Quelle: Washington Post mit Bloomberg News) (dapd)

Geheimnistuerei

Apple stellt am Dienstag vermutlich das neue Modell seines iPhones vor. Vergangene Woche hatte der US-Technologiekonzern eine Einladung für eine iPhone-Veranstaltung am 4. Oktober verschickt, die nur die Worte «Let's talk iPhone» («Lasst uns (über das) iPhone sprechen») enthielt. Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore, der im Aufsichtsrat von Apple sitzt, hatte kürzlich erklärt, er glaube, das iPhone 5 werde im Oktober vorgestellt.

Im Internet kursierten seit der Bekanntgabe des Termins immer mehr Spekulationen über das neue Modell. Unter anderem soll der zweideutige Titel der Einladung auf eine neue Spracherkennungssoftware im iPhone 5 hindeuten, mutmassten Branchenbeobachter. Das neue Modell soll Technologie-Blogs zufolge ausserdem einen schnelleren Prozessor und eine verbesserte Kamera mit acht Megapixeln haben. Die Veranstaltung findet im Apple-Hauptquartier im kalifornischen Cupertino statt. 20 Minuten Online berichtet live.

(ap)

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